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Olmo
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PLANET DER AFFEN SURVIVAL 7/10

Beitrag von Olmo » 23.12.2017, 21:10

USA 2017 - Regie: Matt Reeves. Darsteller: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Toby Kebbell, Gabriel Chavarria, Judy Greer, Karin Konoval, Terry Notary, Michael Adamthwaite, Ty Olsson, Devyn Dalton, Sara Canning, Aleks Paunovic, Amiah Miller

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Der Krieg hat unter Affen und Menschen unzählige Opfer gefordert, weshalb Caesar (Serkis) dem Gegner einen Waffenstillstand anbietet und seine Sippe in ein menschenfreies Siedlungsgebiet in der Wüste führen will. Doch ein skrupelloser Colonel (Harrelson) ermordet Caesars Frau und dessen ältesten Sohn, weshalb dieser sich mit einer kleinen Gruppe Getreuer zu einem Rachefeldzug gegen den Mörder von der Sippe absetzt. Sie geraten schließlich in die Gefangenschaft des Colonels, der faschistoid über ein brutales Gefangenenlager herrscht, in dem sämtliche Affen aus Caesars Clan eingekerkert wurden und unter Folter und Zwangsarbeit zu leiden haben. Der Colonel will den unter den Menschen grassierenden ''Affenvirus'' mit allen Mitteln ausrotten, da dieser inzwischen - wie auch bei seinem eigenen Sohn geschehen - bei Infektion zu einer Degeneration des Gehirns einschließlich des Verlusts des Sprachvermögens führt.
Eine wohldurchdachte Weitererzählung der Affen-Trilogie, welche dieses Mal fast an die epische Größe der Originalfilme heranreicht und diesen auch in vielen Punkten Respekt zollt. Andy Serkis' perfektionistische Darstellung von Phatasiegestalten hat sich inzwischen zu einem einzigartigen und unnachahmlichen Phänomen entwickelt. Auch die Affen-Animationen selbst werden immer ausgefeilter und übertreffen in Figuren wie dem ''Bad Ape'' sogar noch den Hauptdarsteller an Realismus.

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DER HUNDERTEINJÄHRIGE... 4/10

Beitrag von Olmo » 01.01.2018, 01:20

...DER DIE RECHNUNG NICHT BEZAHLTE UND VERSCHWAND Schweden 2016 - Regie: Felix Herngren, Måns Herngren. Darsteller: Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, David Wiberg, Shima Niavarani, Jens Hulten, Ralph Carlsson, Eleanor Matsuura, Colin McFarlane, Jay Simpson, Svetlana Rodina-Ljungkvist, Eric Stern, Georg Nikoloff, Crystal

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Als dem inzwischen hundertundein Jahre altem Allan Karlsson (Gustafsson) in seinem Altersruhesitz auf Bali das Geld knapp wird, kommt ihm die Erinnerung an den einst äußerst beliebten ''Volkssoda'' gerade recht. Während des Kalten Krieges entwickelten die Sowjets dieses wohlschmeckende Getränk und hätten dem Coca Cola und Pepsi des Klassenfeindes damit fast den Rang abgelaufen. Die Suche nach dem von Allan in Berlin versteckten Rezeptfür die Limonade erfordert eine Menge Mühen und Opfer.
Ganz schwache Fortsetzung der unterhaltsamen Rentnerkomödie ''Der Hundertjährige...'' von 2013. Während im ersten Teil noch in skurriler Weise die Weltgeschichte auf den Kopf gestellt wurde, tritt dieses sympathische Detail hier leider komplett in den Hintergrund. Stattdessen wird eine alberne Spionage-Klamotte mit überzogenen und langweiligen Protagonisten erzählt.

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ARRIVAL 7/10

Beitrag von Olmo » 02.01.2018, 00:40

USA 2016 - Regie: Denis Villeneuve. Darsteller: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg

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Zwölf gigantische außerirdische Raumschiffe positionieren sich ohne erkennbares System über allen Teilen der Erde. Der Linguistin Louise Banks (Adams) und dem Physiker Ian Donnelly (Renner) wird Zugang zu dem über Montana schwebenden Objekt gewährt, wo sie mühsam einen Dialog mit den krakenähnlichen Kreaturen herstellen und deren Beweggründe erfahren wollen. Während der langwierigen Arbeit wird Banks immer wieder an Bilder aus dem Leben und dem viel zu frühen Tod ihrer Tochter Hannah erinnert. Banks und Donnelly sind von den guten Absichten der Fremden überzeugt, die Chinesen und die Russen deuten die vieldeutige außerirdische Formulierung von der ''Benutzung einer Waffe'' allerdings als Beweis für deren aggressive Absichten und erklären den Aliens den Krieg.
Ein kluges und intelligent verschachteltes Konstrukt, das inhaltlich und optisch beeindruckend umgesetzt wurde. Ein bisschen rührselig und emotional ist das Ganze vielleicht, doch angesichts der momentan von Egoismus und Dummheit geprägten Weltlage kann man ein die Menschheit verbindendes Gedankenspiel wie in diesem Film als durchaus wünschenswert betrachten.

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EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG 6/10

Beitrag von Olmo » 21.01.2018, 22:41

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA 2016 - Regie: Tom Tykwer. Darsteller: Tom Hanks, Alexander Black, Sarita Choudhury, Sidse Babett Knudsen, David Menkin, Megan Maczko, Christy Meyer, Tracey Fairaway, Eric Meyers, Jane Perry, Khalid Laith, Amira El Sayed, Abdullah Al Muslemani, Jay Abdo, Waleed Elgadi, Dhafer L'Abidine, Zaydun Khalaf, Ben Whishaw, Tom Skerritt

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Der Bostoner Vertriebsmanager Alan Clay (Hanks) soll den saudischen König für den Kauf eines neuartigen Systems für holografische Telefonkonferenzen begeistern. Ein erfolgreicher Geschäftsabschluss ist für ihn nach beruflichen Fehlern, einer gescheiterten Ehe und rückständigen Zahlungen für das College seiner Tochter von größter Wichtigkeit. Doch der Jetlag, sein ungeduldiger Chef, seine schwächelnde Gesundheit und sein gedankenloser Konsum von Alkohol setzen ihm dabei mächtig zu. Durch seinen Fahrer Yousef (Black) und die schöne Ärztin Zahra (Choudhury) erhält Alan ungewöhnliche Einblicke in die zwiespältige saudische Gesellschaft zwischen luxuriösem Fortschritt, verbohrten Glaubensregeln und dem Drang nach Freiheit.
Eine nette Geschichte, die durch den wenig geradlinigen und episodenhafte Handlungsverlauf viel an Attraktivität gewinnt.

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JUNGLE 4/10

Beitrag von Olmo » 26.01.2018, 23:29

Australien, Kolumbien 2017 - Regie: Greg McLean. Darsteller: Daniel Radcliffe, Thomas Kretschmann, Alex Russell, Joel Jackson, Yasmin Kassim, Luis Jose Lopez, Lily Sullivan

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Der Israeli Yossi Ghinsberg (Radcliffe), der Schweizer Marcus Stamm (Jackson) und der Amerikaner Kevin Gale (Russell) sind als Rucksacktouristen in Bolivien unterwegs, um das große Abenteuer zu erleben. Das wird ihnen von dem zwielichtigen Österreicher Karl Ruprechter (Kretschmann) auch versprochen, als er sie quer durch den Regenwald zu einem verschollenen Eingeborenenstamm führen will. Aufgrund schlechter Ausrüstung und mangelnder Kondition wird der Trip aber schnell zur Höllenqual, die Gruppe trennt sich und schließlich muss sich Yossi allein und mit wenig Hoffnung auf ein Überleben durch den feindseligen Dschungel schlagen.
Daniel Radcliffes intensiver physischer Einsatz bis zur Ausmergelung seines Körpers ist das einzige, was an diesem Film beeindruckt. Viel zu abrupt und damit kaum nachvollziehbar wechselt die Stimmung der langweiligen Protagonisten beim Betreten des Dschungels von ausgelassener Partylaune zu Aggression und Gereiztheit. Anstatt die Dummheit und Naivität der abenteuergierigen Ausländer hervorzuheben, wird die Wildnis wieder einmal als bösartiges und zerstörerisches Monstrum dargestellt, gegen das sich das hilflose Menschenkind mit aller Gewalt erwehren muss.

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GOLD 5/10

Beitrag von Olmo » 29.01.2018, 00:33

USA 2016 - Regie: Stephen Gaghan. Darsteller: Matthew McConaughey, Édgar Ramírez, Bryce Dallas Howard, Corey Stoll, Toby Kebbell, Bill Camp, Joshua Harto, Timothy Simons, Craig T. Nelson, Macon Blair, Adam LeFevre, Frank Wood, Michael Landes, Bhavesh Patel, Rachael Taylor,Stacy Keach, Bruce Greenwood

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Kenny Wells (McConaughey) steht kurz davor, das renommierte Bergbauunternehmen seiner Vorfahren in den Bankrott zu führen. Ein nächtlicher Traum verspricht ihm ein riesiges unentdecktes Goldvorkommen in Indonesien, das er zusammen mit dem Geologen Michael Acosta (Ramírez) erschließen will. Die Bohrproben versprechen einen wahren Goldschatz, doch einflussreiche Großunternehmer und das korrupte Suharto-Regime wollen den Goldgräbern ihren Fund streitig machen. Statt eines gewaltigen Vermögens steht am Ende schließlich ein Scherbenhaufen aus Betrug, Verrat und finanziellem Ruin.
Eine gewohnt solide darstellerische Leistung von Matthew McConaughey. Die fröhliche Inszenierung im lockeren ''Ocean's''-Stil will aber so gar nicht zum bitterernsten Inhalt des Films über die rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur durch skrupellose Unternehmer und korrupte Regierungen passen.

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JANE EYRE 5/10

Beitrag von Olmo » 06.02.2018, 01:58

Großbritannien 1997 - Regie: Robert Young. Darsteller: Samantha Morton, Ciarán Hinds, Laura Harling, Rupert Penry-Jones, Gemma Jones, Timia Berthome, Michael Denigris, Abigail Cruttenden, Ben Sowden, Deborah Findlay

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Jane Eyre (Morton) wächst unter lieblosen Bedingungen zuerst bei ihrer Tante und dann im Mädcheninternat auf, wo sie Jahre später auch selbst unterrichtet. Sie erhält eine Anstellung als Gouvernante auf dem Anwesen des weltgewandten Edward Fairfax Rochester (Hinds), den sie trotz seines grantigen und beleidigenden Auftretens schon bald zu schätzen und zu lieben lernt. Das romantische Idyll wird jedoch getrübt durch den scheinbar unüberbrückbaren Klassenunterschied der beiden und ein dunkles Geheimnis aus Rochesters Vergangenheit.
Der stümperhaft inszenierte Anfang des Films mit seinen laienhaften Darstellern lässt zunächst nichts Gutes über den weiteren Verlauf vermuten. Samantha Morton und Ciarán Hinds entpuppen sich dann aber als wunderbar gegensätzliches Duo, welches sich ebenso romantisch wie humorvoll zu einer sympathischen Einheit ergänzt.

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NOCTURNAL ANIMALS 7/10

Beitrag von Olmo » 13.02.2018, 00:27

USA 2016 - Regie: Tom Ford. Darsteller: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Karl Glusman, Armie Hammer, Laura Linney, Andrea Riseborough, Michael Sheen, Jena Malone, Rob Aramayo, Ellie Bamber, Graham Beckel

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Während sie von ihrem Ehemann in fernen Hotelzimmern betrogen wird, liest die ehrgeizige Galeristin Susan Morrow (Adams) im Manuskript des Romans ''Nocturnal Animals'' ihres Ex-Mannes Edward Sheffield (Gyllenhaal). Darin wird erzählt, wie Frau und Tochter des Familienvaters Tony auf offener Straße von einer Bande um den irren Ray (Taylor-Johnson) entführt und später brutal ermordet werden. Der krebskranke Polizist Bobby Andes (Shannon) nimmt sich des Falles an und unterbreitet Tony ein einzigartiges Angebot, um Rache an den Tätern zu nehmen. Susan ist schockiert von den gewalttätigen Schilderungen und denkt zurück an das unglückliche Ende der romantischen Beziehung zu Edward.
In interessanter Weise beschreibt der Regisseur den tragischen Verlauf einer Liebesgeschichte und verschachtelt dabei höchst geschickt die verschiedenen Erzählebenen. Die Darsteller sind hervorragend ausgewählt und stilistisch erinnert vieles an Lars von Trier und David Lynch. Nach ''A Single Man'' (2009) ist der Film die zweite Regiearbeit des hauptberuflichen Modedesigners Tom Ford.

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SECURITY 1/10

Beitrag von Olmo » 27.02.2018, 15:25

Bulgarien, USA 2017 - Regie: Alain Desrochers. Darsteller: Antonio Banderas, Gabriella Wright, Ben Kingsley, Liam McIntyre, Shari Watson, Katherine de la Rocha, Chad Lindberg, Jiro Wang, Cung Le

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Der vom Krieg gezeichnete ehemalige Marine Eddie Deacon (Banderas) tritt einen mäßig lukrativen Job in der Nachtschicht des Sicherheitsdienstes eines großen Einkaufszentrums an. Gleich bei seinem ersten Rundgang hämmert die junge Jamie (de la Rocha) in panischer Angst an die Tür und sucht Unterschlupf im Gebäude. Das Kind entpuppt sich als Hauptzeugin in einem Prozess gegen das Drogenkartell des eiskalten Charlie (Kingsley), welcher kurz darauf mit seiner bestens bewaffneten Armee vor dem Einkaufszentrum auftaucht und den darin verschanzten Sicherheitsleuten eine Menge Geld bietet, sollten sie Jamie herausgeben und ihre Ermordung zulassen.
Die Handlung ist natürlich ein vollkommen absurdes und lächerliches Konstrukt: ein gebeutelter Kriegsveteran darf seine großartigen Fähigkeiten an der Waffe unter Beweis stellen, weil eine Horde hochgerüsteter Gangster es auf eine vorlaute Göre abgesehen hat und weil sich all diese klischeehaften Charaktere sich zufällig in der Nacht an einem bestimmten Ort über den Weg laufen. Aber man muss wohl schon auf derart phantasievolle Zufallsbegegnungen zurückgreifen, um den legalen Waffenbesitz in den Vereinigten Staaten zu rechtfertigen und das heldenhafte Image des amerikanischen Soldaten zu pflegen.

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INVASION DER ALIEN 0/10

Beitrag von Olmo » 01.03.2018, 17:30

Mexiko, USA 1971 - Regie: Jack Hill, Juan Ibáñez, José Luis González de León. Darsteller: Boris Karloff, Enrique Guzmán, Christa Linder, Maura Monti, Yerye Beirute, Tere Valez, Griselda Mejía, Sergio Kleiner

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Der angesehene Professor John Mayer (Karloff) entwickelt unter Einsatz von Radium eine hocheffektive Strahlenwaffe, die in Sekunden ganze Felsen verdampfen lassen kann, die auf Wunsch des Erfinders aber lediglich zur zivilen Nutzung (??) eingesetzt werden soll. Die Fachwelt ist begeistert, aber natürlich ruft die Waffe auch einige besorgte Außerirdische auf den Plan, welche dadurch das Gleichgewicht der Kräfte in der Galaxie bedroht sehen. Kurzerhand wird ein frauenmordender Triebtäter (Beirute) mit Rasiermesser angeworben, Mayers Pläne zunichte zu machen, indem er sich in ein unauffälliges Zigeunerkostüm kleidet und dem Professor ein wertvolles ''Geschenk'' überreicht, welches mehr oder weniger erfolgreich Besitz von dessen Körper ergreift.
Das Lexikon des Internationalen Films urteilt: ''Verworrene Billigproduktion mit Horror-Altstar Boris Karloff in einer seiner letzten Rollen. Die spindeldürre Handlung wird durch einen frauenmordenden Triebtäter und einige Nackteinlagen gestreckt.'' Schwer erkrankt und des Geldes wegen ließ sich der große Boris Karloff in seinen letzten Lebensjahren zur Teilnahme an derlei unsäglichen Trashfilmen hinreißen. Auch wenn Ed Wood bekanntlich als schlechtester Regisseur aller Zeiten gewertet wird, mit ''Plan 9 aus dem Weltall'' (1959) hat er Bela Lugosi nach dessen Tod ein wesentlich ehrbareres Denkmal gesetzt.

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ELLE 9/10

Beitrag von Olmo » 11.03.2018, 00:18

Belgien, Deutschland, Frankreich 2016 - Regie: Paul Verhoeven. Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigy, Charles Berling, Virginie Efira, Christian Berkel, Jonas Bloquet, Alice Isaaz, Vimala Pons, Arthur Mazet, Raphaël Lenglet, Lucas Prisor, Judith Magre

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Die alleinstehende Michèle Leblanc (Huppert) wird in ihrem eigenen Haus von einem maskierten Mann brutal vergewaltigt. Sie besorgt sich zwar Pfefferspray und eine Axt, will die Sache ansonsten aber auf sich beruhen lassen. Sie findet allerdings auch genügend Ablenkung mit ihrem erfolgreichen Computerspielunternehmen, ihrem Sohn Vincent (Bloquet), der sich von der Freundin rücksichtslos ausnutzen lässt, ihrem Ex-Mann Richard (Berling), einem Hochschullehrer und erfolglosen Schriftsteller und ihrer Mutter Irène (Magre), die einen wesentlich jüngeren Mann heiraten will. Außerdem hat Michèle noch eine Affäre mit Robert (Berkel), dem Ehemann ihrer besten Freundin Anna (Consigny). Ihr Vater wiederum ist ein Massenmörder, der seit einer schrecklichen Bluttat in ihrer Kindheit im Gefängnis sitzt. Als Irène herausfindet, dass ausgerechnet ihr braver Nachbar Patrick (Lafitte) der Vergewaltiger ist, reagiert sie zugleich angewidert und fasziniert und lässt sich auf dessen krankhafte sexuelle Phantasien ein.
Ein beachtliches Werk von Paul Verhoeven, das mit drastischen Gewaltdarstellungen nicht geizt, aber auch mit viel Humor ein verlogenes bürgerliches Gesellschaftskonstrukt entlarvt. Der großen Isabelle Huppert gelingt ein meisterhafter Spagat zwischen dem hilflosen Vergewaltigungsopfer und der selbstbewussten Zynikerin, die kaltherzig auf die Liebe und das Leid der Menschen ihres Umfeldes reagiert.

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FRANTZ 7/10

Beitrag von Olmo » 12.03.2018, 01:22

Deutschland, Frankreich 2016 - Regie: François Ozon. Darsteller: Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke, Cyrielle Clair, Alice de Lencquesaing

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Der Tod des jungen Frantz (von Lucke) in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs stürzt seine Verlobte Anna (Beer) und seine Eltern (Stötzner, Gruber) in tiefe Trauer. Unerwartet erscheint der Franzose Adrien (Niney) in der Stadt und zeigt sich sichtlich betroffen vom Tod seines anscheinend langjährigen Freundes. Der Familie beschert der Besuch ein wenig Trost, während alle anderen nach dem Verlust vieler Angehöriger nur Verachtung für den Erzfeind übrig haben. Tatsächlich wird Adrien von einem zermürbenden Geheimnis geplagt, welches er Anna schließlich eröffnen muss.
Ein großartig bebildertes Gesellschaftsportrait aus der Zeit des Versailler Vertrages zwischen zwanghaftem Militarismus und tiefer Ernüchterung angesichts von Tod und Zerstörung, wobei beide Seiten urteilsfrei beleuchtet werden. Die moralischen Entgleisungen des Krieges treiben die Protagonisten schließlich auch dazu, eine märchenhafte Lüge aufrecht zu erhalten, um den Angehörigen die qualvolle Wahrheit zu ersparen.

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KINGSMAN - THE GOLDEN CIRCLE 6/10

Beitrag von Olmo » 18.03.2018, 21:13

Großbritannien, USA 2017 - Regie: Matthew Vaughn. Darsteller: Colin Firth, Julianne Moore, Taron Egerton, Mark Strong, Halle Berry, Pedro Pascal, Edward Holcroft, Hanna Alström, Emily Watson, Sophie Cookson, Elton John, Channing Tatum, Jeff Bridges

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Nachdem die vollkommen wahnsinnige Drogenbaronin Poppy Adams (Moore) fast die gesamte Organisation der ''Kingsmen'' ausgelöscht hat, müssen die Überlebenden Eggsy (Egerton) und Merlin (Strong) wohl oder übel die Hilfe ihrer weniger eleganten amerikanischen Kollegen um Champagne (Bridges) und Whiskey (Pascal) von den ''Statesmen'' in Anspruch nehmen. Unterdessen verbreiten Miss Poppy und ihr ''Golden Circle'' ein ganzes Arsenal vergifteter Drogen auf dem Planeten und wollen den amerikanischen Präsidenten zur Legalisierung aller Rauschmittel zwingen. Dieser zeigt allerdings überhaupt kein Interesse an der Rettung der Menschheit und will die Gelegenheit stattdessen nutzen, sich des drogenkonsumierenden Abschaums auf der ganzen Welt zu entledigen.
Solide Fortsetzung des ersten Teils mit zahlreichen sympathischen und hochkarätig besetzten Figuren. Als wahrer Bösewicht erweist sich dabei der US-Präsident, der selten in einem Film derart ekelerregend und skrupellos gezeichnet wurde. Angesichts der Realität hat das Amt bei der Filmindustrie offenbar endgültig den letzten Funken Würde und Respekt eingebüßt.

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RUSH 6/10

Beitrag von Olmo » 21.03.2018, 15:29

Deutschland, Großbritannien, USA 2013 - Regie: Ron Howard. Darsteller: Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Olvia Wilde, Alexandra Maria Lara, Pierfrancesco Favino, David Calder, Natalie Dormer, Stephen Mangan, Christian McKay, Alistair Petrie, Colin Stinton, Julian Rhind-Tutt

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Die Formel-1-Piloten Niki Lauda (Brühl) und James Hunt (Hemsworth) sind zwei höchst gegensätzliche Charaktere. Lauda ist ein pedantischer Tüftler, der mit Ehrgeiz und Sachverstand seinen Beruf ausübt. Hunt dagegen ist ein disziplinloser Draufgänger, der seine Erfolge gerne zusammen mit Alkohol, Drogen und schönen Frauen genießt. Die Rivalität der beiden gipfelt in Laudas verheerendem Unfall auf dem Nürburgring im August 1976, der ihn trotz lebensbedrohlicher Verbrennungen nicht von der Fortführung seiner Karriere und dem Kampf gegen Hunt abhält.
Die thematisierte tiefe Abneigung der Protagonisten untereinander hat mit der Realität wenig gemein. Die Rivalität zwischen Lauda und Hunt war rein professioneller Natur, privat verstanden sich die beiden dagegen prächtig. Dennoch ein interessantes Portrait zweier vollkommen unterschiedlicher Rennsportler, die auf ihre jeweils ganz eigene Weise zu Ruhm und Ehren gelangten.

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THE SECRET MAN 5/10

Beitrag von Olmo » 21.03.2018, 18:55

USA 2017 - Regie: Peter Landesman. Darsteller: Liam Neeson, Diane Lane, Marton Csokas, Ike Barinholtz, Tony Goldwyn, Bruce Greenwood, Michael C. Hall, Brian d'Arcy James, Josh Lucas, Eddie Marsan, Wendi McLendon-Covey, Maika Monroe, Tom Sizemore, Kate Walsh, Noah Wyle, Julian Morris

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Angesichts einer Vielzahl gehorteter kompromittierender Akten ist Mark Felt (Neeson) die gefürchtete rechte Hand des FBI-Direktors J. Edgar Hoover. Als dieser nach fast 50 Jahren im Amt verstirbt und mit Patrick Gray (Csokas) ein wenig vertrauenswürdiger Außenseiter den Chefposten der mächtigen Polizeibehörde übernimmt, fürchtet Felt um die Unabhängigkeit der Einrichtung. Als Gray von ihm dann auch noch die Einstellung der Ermittlungen zur brisanten ''Watergate-Affäre'' verlangt und damit die zahlreichen Spuren ins Weiße Haus vertuschen will, wendet sich Felt als geheimer Informant ''Deep Throat'' an die Presse.
Ziemlich dröges und unspektakuläres Portrait des erst 2005 enttarnten sagenumwobenen ''Deep Throat''. Liam Neeson wirkt dabei erschreckend alt und müde und vermittelt dadurch ein eher uninteressantes Bild der über Felts ehrenhafte Beweggründe und folgenreichen Ereignisse bis zum Sturz Richard Nixons.

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