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Olmo
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BARRY SEAL - ONLY IN AMERICA 5/10

Beitrag von Olmo » 24.03.2018, 19:47

USA 2017 - Regie: Doug Liman. Darsteller: Tom Cruise, Domhnall Gleeson, Sarah Wright Olsen, Jesse Plemons, Caleb Lndry Jones, Jayma Mays, Lola Kirke, Alejandro Edda, Benito Martinez, E. Roger Mitchell, Jed Rees

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Der erfahrene Linienpilot Barry Seal (Cruise) wird Ende der Siebziger Jahre von dem Agenten Schafer (Gleeson) angeheuert, um für die CIA Luftaufnahmen aus den Krisenstaaten Mittelamerikas anzufertigen. Schon bald erweitert Seal seinen Aufgabenbereich und schmuggelt Unmengen von Kokain für das Medellín-Kartell in die USA. Auch die Waffen, die er eigentlich im Auftrag der US-Regierung an die Contras in Nicaragua liefern soll, leitet er an seine Freunde in Kolumbien weiter. Die Geschäfte laufen prächtig, so dass Seal schließlich gar nicht mehr weiß, wo auf seinem gigantischen Anwesen in Arkansas er das angehäufte ungewaschene Bargeld verstecken soll. Soviel Reichtum lockt aber nicht nur ungeliebte Verwandschaft an, sondern auch das FBI.
Es ist inzwischen schon zur Gewohnheit geworden, Filme über Drogenhandel und die entsprechenden Verwicklungen von Regierung und Behörden in den USA als leichtfüßige Komödie zu erzählen. Zwar werden so die historischen Hintergründe greifbar, aber jedesmal wird dabei auch eine ekelhaft nostalgische Atmosphäre erzeugt, in der man der guten alten Zeit des rücksichtslosen Profits und der Selbstbereicherung nachtrauert.

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THE GOOD NEIGHBOR 1/10

Beitrag von Olmo » 31.03.2018, 00:06

USA 2016 - Regie: Kasra Farahani. Darsteller: James Caan, Logan Miller, Keir Gilchrist, Laura Innes, Edwin Hodge, Bailey Noble, Lili Reinhart, Anne Dudek, Mindy Sterling, Tamlyn Tomita, William C. Mitchell

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Die beiden Schüler Ethan (Miller) und Sean (Gilchrist) wollen sich mit einem perfiden psychologischen Experiment die Zeit vertreiben. Sie statten heimlich das Haus ihres alleinstehenden Nachbarn Grainey (Caan) mit unzähligen Kameras aus und filmen seine Reaktionen auf diverse scheinbar geisterhafte Ereignisse wie Stromausfälle und zerspringende Fensterscheiben. Grainey legt dabei zumeist ein völlig unerwartetes Verhalten an den Tag und scheint zudem ein finsteres Geheimnis in seinem Keller zu verbergen.
Klischeebehafteter Pseudothriller mit boshaften Jugendlichen und einem grantigen Rentner, der eine tragische Vergangenheit mit sich herumträgt. Die Handlung ist eindruckslos, der Soundtrack miserabel, die Synchronisation entsetzlich und der ehemals beinharte James Caan ist in grauenhafter Weise um schätzungsweise eine Million Jahre gealtert.

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40 TAGE IN DER WÜSTE 5/10

Beitrag von Olmo » 04.04.2018, 22:30

USA 2015 - Regie: Rodrigo García. Darsteller: Ewan McGregor, Ciarán Hinds, Ayelet Zurer, Tye Sheridan

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40 Tage lang wandert Jesus (McGregor) durch eine gottverlassene Wüste. Sein ständiger Begleiter ist der Teufel (ebenfalls McGregor), der ihn von seiner Bestimmung als Erlöser der Welt abbringen will. Schließlich trifft der Wanderer inmitten der kargen Landschaft auf eine Familie, deren Schicksal der Teufel und er selbst zu beeinflussen versuchen. Der Vater (Hinds) will der Familie eine hoffnungsvolle Existenz in der Wüste bereiten, während die Mutter (Zurer) schwer erkrankt dem Tod entgegenblickt und der Sohn (Sheridan) dem bedrückenden Dasein entfliehen will und sich eine Zukunft in der Zivilisation erträumt.
Die Versuchung Jesu - inszeniert als antiker Selbstfindungstrip. Die Auseinandersetzung zwischen Jesus, dem Teufel und den Familienmitgliedern wirkt höchst alltäglich jenseits aller christlichen Sülze und trägt daher einigermaßen zur Vermenschlichung des göttlichen Mythos bei.

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LIFE 5/10

Beitrag von Olmo » 08.04.2018, 00:08

USA 2017 - Regie: Daniél Espinosa. Darsteller: Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds, Hiroyuki Sanada, Ariyon Bakare, Olga Dihovichnaya

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Unter höchster Quarantäne untersucht die sechsköpfige Besatzung der ISS neue Bodenproben vom Mars. Tatsächlich findet sich darin ein schlafender Organismus, der von den Wissenschaftlern zum Leben erweckt werden kann und zu einem freundlichen kleinen Alien namens ''Calvin'' heranwächst. Schon bald zeigt Calvin aber seine wahre, hochaggressive Natur. Während Calvin sich als praktisch unzerstörbar erweist, kommt bei seiner Bekämpfung ein Astronaut nach dem anderen ums Leben.
Optisch ist das außerirdische Geschöpf mit seinen Engelsflügelchen ja wirklich gut gelungen. Inhaltlich bietet der Film jedoch nichts wirklich Neues und könnte eher als ästhetischere Version von ''Alien'' bezeichnet werden, die aufgrund der Ansiedelung in der Gegenwart um mehr Realismus bemüht ist.

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DRONE 3/10

Beitrag von Olmo » 19.04.2018, 01:19

Kanada 2017 - Regie: Jason Bourque. Darsteller: Sean Bean, Patrick Sabongui, Mary McCormack, Maxwell Haynes, Joel David Moore, Sharon Taylor, Viv Leacock, Bradley Striker

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Ohne Wissen seiner Familie arbeitet Neil Wistin (Bean) als Drohnenpilot für die CIA und führt in aller Welt präzise Luftschläge auf Terrorverdächtige aus. Während seine Frau Ellen (McCormack) ihrerseits eine Affäre mit einem anderen verschweigt, leidet sein Sohn Shane (Haynes) schwer unter dem Verlust des kürzlich verstorbenen Großvaters. Als der pakistanische Geschäftsmann Imir Shaw (Sabongui) vor Wistins Haus erscheint und vorgibt, das Boot des Großvaters kaufen zu wollen, werden allesamt mit schockierenden Wahrheiten konfrontiert.
Ein ziemlich ermüdender und vorhersehbarer Thriller mit stereotypen Charakteren, der zwar vordergründig Kritik an der willkürlichen Kriegstreiberei der Amerikaner übt, ansonsten aber trotz aller Bemühungen wenig gegen die irrationale Angst vor dem angeblich allgegenwärtigen islamistischen Terror beitragen kann.

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MORD IM ORIENT-EXPRESS 4/10

Beitrag von Olmo » 12.05.2018, 22:21

USA 2017 - Regie: Kenneth Branagh. Darsteller: Tom Bateman, Kenneth Branagh, Penélope Cruz, Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Josh Gad, Derek Jacobi, Leslie Odom Jr., Michelle Pfeiffer, Daisy Ridley, Marwan Kenzari, Olivia Colman, Lucy Boynton, Manuel Garcia-Rulfo, Sergei Polunin

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Der exzentrische Privatdetektiv Hercule Poirot (Branagh) wird auf einer Reise mit dem luxuriösen Orient-Express mit einem mysteriösen Mordfall konfrontiert. Der schmierige Kunsthändler Ratchett (Depp) wird von zwölf Messerstichen durchlöchert tot in seinem Abteil aufgefunden. Da der Zug zuvor in einer Schneelawine steckengeblieben ist, muss sich der Mörder unter den illustren anderen Passagieren befinden. Schon bald zeigt sich, dass die vermeintlich Fremden ein tragisches Ereignis aus der Vergangenheit miteinander verbindet.
Die hochkarätige Besetzung der Agatha-Christie-Neuverfilmung erfreut, jedoch kann keiner der großen Stars sein Potenzial wirklich ausschöpfen. Die Figuren bleiben ebenso wie die ganze Erzählung oberflächlich und blutleer. Einzig Kenneth Branagh überzeugt in der Rolle des selbstgefälligen Ermittlers, der durch den Fall an seine persönlichen Grenzen gerät.

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GEOSTORM 3/10

Beitrag von Olmo » 06.06.2018, 21:41

USA 2017 - Regie: Dean Devlin,Danny Cannon. Darsteller: Gerard Butler, Jim Sturgess, Abbie Cornish, Alexandra Maria Lara, Daniel Wu, Eugenio Derbez, Amr Waked, Adepero Oduye, Ed Harris, Andy Garcia, Robert Sheehan, Richard Schiff, Mare Winningham, Zazie Beetz, Talitha Bateman

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Um den zunehmenden verheerenden Naturkatastrophen auf dem Planeten Herr zu werden, installiert die internationale Gemeinschaft ein weltumspannendes Netz von Satelliten namens ''Dutch Boy'' zur Kontrolle des Wetters, welches von der ISS aus gesteuert wird. Nach einigen grausigen Vorfällen wird der zuvor gefeuerte leitende Konstrukteur von ''Dutch Boy'' Jake Lawson (Butler) von seinem Bruder Max (Sturgess) reaktiviert, um auf der ISS zusammen mit der Kommandantin Ute Fassbinder (Lara) den mysteriösen Fehlfunktionen des Systems auf den Grund zu gehen. Sie decken eine Spur der gezielten Sabotage auf, welche bis in höchste Regierungskreise führt und das Wetterkontrollsystem als Waffe missbrauchen will.
Retorten Katastrophen-Streifen im Fahrwasser eines Roland Emmerich. Die Spezialeffekte sind ordentlich und der Öko-Plot samt der unvermeidlichen militärischen Nutzung gar nicht mal so abwegig. Die alberne Handlung mit der unsäglichen Familiensülze, der lächerlichen Regierungsverschwörung und der schmierigen Beweihräucherung des stolzes Präsidentenamtes ist dagegen kaum zu ertragen, zumal die fiktionale Szenerie von zumeist talentlosen Pseudodarstellern mit bleierner Mimik bevölkert ist.

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BABETTES FEST 10/10

Beitrag von Olmo » 09.06.2018, 21:05

Dänemark 1987 - Regie: Gabriel Axel. Darsteller: Stéphane Audran, Bodil Kjer, Birgitte Federspiel, Jarl Kulle, Jean-Philippe Lafont, Bibi Andersson

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Trotz ihrer Herkunft ist die Französin Babette (Audran) unter den Bewohnern eines streng pietistischen Dorfes in der jütländischen Provinz höchst angesehen und beliebt, was vor allem an ihrem kulinarischen Geschick liegt, mit dem sie die ärmlichen einheimischen Speisen herrlich verfeinert. Als sie unerwartet 10.000 Francs in der Lotterie gewinnt, befürchten die Schwestern Martina (Federspiel) und Philippa (Kjer), bei denen Babette einst vor dem Bürgerkrieg Unterschlupf gefunden hat, die gute Seele ihres Hauses würde in ihre Heimat zurückkehren. Babette nutzt ihr Vermögen jedoch dazu, durch ein opulentes französisches Festmahl ihren Dank auszusprechen, was den verknöcherten Dorfbewohnern zunächst wie eine teuflische Verführung erscheint, ihnen angesichts der außergewöhlichen Köstlichkeiten aber nach und nach Herz und Gaumen öffnet.
Eine großartige, angenehm stille und sanfte Geschichte ohne dramatische Wendungen, die 1988 zurecht als bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Trotz ihres großen Namens stellt Stéphane Audran ihre Figur mit aller Bescheidenheit und ohne Starallüren dar. Die ausdrucksstarke französische Leinwandikone verstarb nach langer Krankheit am 27. März 2018.

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FROZEN GROUND 2/10

Beitrag von Olmo » 12.06.2018, 00:06

USA 2013 - Regie: Scott Walker. Darsteller: Nicolas Cage, John Cusack, Vanessa Hudgens, Dean Norris, Kevin Dunn, Olga Valentina, Michael McGrady, Jodi Lyn O´Keefe, Kurt Fuller, Brad William Henke, Katherine LaNasa, Ryan O'Nan, Matt Gerald, Radha Mitchell, Curtis Jackson

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Die gottverlassene Wildnis Alaskas eignet sich unter anderem hervorragend, um ungestört junge Mädchen durchs Gehölz zu jagen und ihre Leichen zu verscharren. Das weiß auch der leidenschaftliche Serienmörder Robert Hansen (Cusack), der hier seine perversen Neigungen ausübt. Trotzdem werden viele der Leichen gefunden, was den Polizisten Jack Halcombe (Cage) schon bald ein Muster erkennen lässt. Obwohl alle Indizien auf Hansen als Mörder hinweisen und mit der Prostituierten Cindy Paulson (Hudgens) sogar eine belastende Zeugin auftritt, fehlen Halcombe die entscheidenden Beweise, um den Täter zu überführen.
Stereotype Handlung mit stereotypen Figuren: eine drogenverseuchte Nutte mit bedauernswerter Kindheit, ein psychopathischer Serienkiller mit Jagdfetisch, ein knallharter Bulle, der ''die ganze Scheiße hinter sich lassen will'' und eine trostlose gefrorene Einöde, die einen entweder zum depressiven Wrack oder eben zum Massenmörder werden lässt. Man hofft vergeblich auf eine sensationelle Wendung, welche die entsetzlich klischeehafte Szenerie durchbricht. Das ist umso beschämender, da sich der Film auf wahre Begebenheiten beruft und am Ende alle Opfer des Serienmörders Robert Hansen namentlich auflistet.

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DIE ERFINDUNG DER WAHRHEIT 8/10

Beitrag von Olmo » 16.06.2018, 00:14

USA 2016 - Regie: John Madden. Darsteller: Jessica Chastain, Mark Strong, Gugu Mbatha-Raw, Alison Pill, Michael Stuhlbarg, Jake Lacy, David Wilson Barnes, Dylan Baker, Raoul Bhaneja, Chuck Shamata, Christine Baranski, Sam Waterston, John Lithgow

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Die erfolgreiche Lobbyistin Elizabeth Sloane (Chastain) wird von Rodolfo Schmidt (Strong) samt ihrer Mitarbeiter von der Konkurrenz abgeworben, um eine Kampagne für einen Gesetzentwurf zur Erschwerung des Erwerbs von Waffen zum Erfolg zu führen. Ihre Methoden erweisen sich als unfassbar skrupellos und machen auch vor illegaler elektronischer Überwachung und der Bloßstellung ihrer Kollegen nicht Halt. Ihre Gegner führen schließlich eine Anhörung vor dem Kongress herbei, welche die Aufdeckung ihrer Verfehlungen und die Vernichtung ihrer Karriere herbeiführen soll.
Ein beeindruckender Lichtblick in der Finsternis des amerikanischen Mainstream-Kinos. Der Film behandelt mit der Forderung nach einem Waffengesetz ein aktuelles und hochemotionales Reizthema und deckt dabei alle Widrigkeiten auf, ein solches zustande zu bringen. Es ist ein grandioser Schachzug, als Protagonistin keine strahlende Ikone, sondern ein kaltherziges und letztendlich verachtenswertes Subjekt ins Rennen zu schicken, das trotz allem gewisse Sympathien auslöst. Die gigantische Wendung am Ende ist gerecht, unglaublich befriedigend und wunderschön utopisch.

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THE CIRCLE 5/10

Beitrag von Olmo » 24.06.2018, 21:41

USA, Vereinigte Arabische Emirate 2017 - Regie: James Ponsoldt. Darsteller: Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega, Karen Gillan, Ellar Coltrane, Patton Oswalt, Glenne Headly, Bill Paxton, Mamoudou Athie, Smith Cho, Nate Corddry, Poorna Jagannathan, Judy Reyes, Amir Talai, Ellen Wong, Elvy Yost

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Voller Enthusiasmus tritt die junge Mae (Watson) ihren Traumjob beim Social-Media-Giganten ''The Circle'' des charismatischen Eamon Bailey (Hanks) an, der auf mitreißenden Präsentationen die Erlösung der Menschheit durch die freiheitliche Nutzung seiner Technologien propagiert. Der Preis für Mae und ihre Kollegen ist aber auch, große Teile ihrer Privatsphäre aufzugeben und sich dem Gruppenzwang des Unternehmens zu unterwerfen. Mae lässt sich von den Visionen der unbegrenzten Möglichkeiten von Baileys schöner neuer Online-Welt komplett verblenden und als Zugpferd der digitalen Revolution instrumentalisieren.
Eine entsetzliche Dystopie, die gerade durch ihren Realitätsbezug erschreckt und von der die Smartphone-Gesellschaft eigentlich nur einen kleinen Schritt entfernt ist. Die Grundrechte werden vollkommen verdreht, das Recht auf Allwissenheit ersetzt die veraltete Vorstellung von Schutz der Privatsphäre und Geheimnisse des Einzelnen werden zu Lügen erklärt. George Orwell hätte seine helle Freude gehabt.

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SCHNEEMANN 2/10

Beitrag von Olmo » 30.06.2018, 23:01

Großbritannien, Schweden, USA 2017 - Regie: Tomas Alfredson. Darsteller: Rebecca Ferguson, Michael Fassbender, Jamie Clayton, J. K. Simmons, Charlotte Gainsbourg, Val Kilmer, James D’Arcy, Chloë Sevigny, Toby Jones

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Immer wenn es schneit, verschwinden junge Frauen, deren zerstückelte Leichen dann kunstvoll drapiert aufgefunden werden, stets begleitet von einem grimmig dreinblickenden kleinen Schneemann. Ein recht abgehalfterter Osloer Kommissar wird damit betraut, dem Serienmörder auf die Spur zu kommen, während er gleichzeitig in miserabler Weise versucht, die Bruchstücke seines Familienlebens wieder zusammenzufügen.
Eine unbeschreiblich langweilige Verfilmung des Bestsellers von Jo Nesbø, der in stümperhafter Weise versucht, dem Trend der düsteren Skandinavien-Thriller à la ''Verblendung'' nachzueifern. Dabei ist es doch tatsächlich gelungen, ein ganzes Dutzend hochkarätiger Darsteller zu engagieren und diese dann in seelenlose Figuren in einer sterotypen Kombination aus tragischem Familienschicksal, historischem Großereignis und unappetitlichen Tötungspraktiken zu verwandeln.

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DARKEST HOUR 5/10

Beitrag von Olmo » 05.07.2018, 22:48

Großbritannien 2017 - Regie: Joe Wright. Darsteller: Gary Oldman, Kristin Scott Thomas, Lily James, Stephen Dillane, Ronald Pickup, Samuel West, Ben Mendelsohn, Richard Lumsden, Malcolm Storry

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Während Hitlers Invasionsarmee ungehindert Westeuropa unterjocht, wird es als notwendig erachtet, die bislang schwache Position Großbritanniens im Kriegsverlauf durch die Ernennung des von allen Parteien getragenen Strategen Winston Churchill (Oldman) zum Premierminister deutlich zu stärken. Churchill verabscheut die Kompromisspolitik seiner Vorgänger und setzt auf bedingungslosen Kampf. Als jedoch das gesamte britische Heer bei Dünkirchen eingeschlossen wird und die komplette Vernichtung droht, scheint der Premier gezwungen, entgegen aller Überzeugungen mit dem Feind Bedingungen auszuhandeln.
Gary Oldmans preisgekrönte darstellerische Leistung hinter der Fettmaske ist zweifellos beachtlich und vielschichtig. Das allein hätte eigentlich schon ausgereicht, den Menschen hinter der übergroßen historischen Persönlichkeit hervorzuheben. Vollkommen überflüssig also, die erwartungsgemäß pathetische Inszenierung mit frei erfundenen Episoden wie Churchills U-Bahn-Fahrt zum Parlament und dem rührseligen Kontakt zum gemeinen Volk zu verunstalten.

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VENGEANCE - PFAD DER VERGELTUNG 2/10

Beitrag von Olmo » 06.07.2018, 23:15

USA 2017 - Regie: Johnny Martin. Darsteller: Nicolas Cage, Anna Hutchison, Talitha Bateman, Charlene Tilton, Joshua Mikel, Rocco Nugent, Joe Ochterbeck, Carter Burch, Jimmy Gonzalez, Deborah Kara Unger, Don Johnson

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Vor den Augen ihrer kleinen Tochter Bethie (Bateman) wird Teena (Hutchison) auf dem Nachhauseweg von vier Männern in eine Scheune gezerrt und brutal vergewaltigt. Die Täter werden schnell gefasst und die Beweislast ist erdrückend, dennoch gelingt es dem findigen Anwalt Kirkpatrick (Johnson), vor Gericht die Tatsachen zu verdrehen und die Peiniger ungeschoren davonkommen zu lassen. Persönlich berührt von Teenas und Beths Schicksal, nimmt der ermittelnde Polizeibeamte Dromoor (Cage) das Gesetz selbst in die Hand.
Eine uninspirierte 08/15-Handlung mit reihenweise schlechten Protagonisten, von dem verschollenen geglaubten Don Johnson vielleicht einmal abgesehen. Der überaus drastisch und wenig heroisch dargestellte Rachefeldzug kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier ein äußerst zweifelhaftes Hohelied auf die Selbstjustiz angesichts einer als korrupt pauschalisierten Rechtssprechung gesungen wird.

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BLACKTHORN 7/10

Beitrag von Olmo » 07.07.2018, 16:52

Bolivien, Frankreich, Spanien, USA 2011 - Regie: Mateo Gil. Darsteller: Sam Shepard, Eduardo Noriega, Stephen Rea, Magaly Solier, Nikolaj Coster-Waldau, Pádraic Delaney, Dominique McElligott

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Längst totgeglaubt von aller Welt verbringt der gealterte Westernheld Butch Cassidy alias Blackthorn (Shepard) seinen Lebensabend als Pferdezüchter in Bolivien und bereitet die Rückkehr in seine Heimat vor. Bei der Begegnung mit dem spanischen Bergbauingenieur Eduardo (Noriega) inmitten der Wildnis brennt ihm allerdings sein Pferd samt seines gesamten Vermögens durch, so dass er sich nach einer alternativen Geldquelle umsehen muss, um in die Vereinigten Staaten zu kommen. Zusammen mit Eduardo beraubt er daher einen skrupellosen Minenbesitzer, dessen Männer sie daraufhin beharrlich durch Berge und Wüsten verfolgen.
Der Film spielt mit dem bis heute ungeklärten Verbleib von Butch Cassidy und seinem Partner Sundance Kid, welche 1901 nach Südamerika geflohen waren und unterschiedlichen Gerüchten zufolge später entweder von bolivianischen Soldaten erschossen wurden oder aber in die USA zurückgekehrt sind. Ungeachtet dessen aber ein wunderschön inszenierter Western in ungewöhnlicher Umgebung und mit großartigen Landschaftsaufnahmen.

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