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Olmo
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DREI VATERUNSER FÜR VIER HALUNKEN 3/10

Beitrag von Olmo »

Deutschland, Frankreich, Italien 1972 - Regie: Giancarlo Santi. Darsteller: Lee Van Cleef, Peter O'Brien, Jess Hahn, Horst Frank, Klaus Grünberg, Antony Vernon, Marc Mazza, Dominique Darel, Sandra Cardini, Gastone Pescucci, Elvira Cortese, Anna Maria Gherardi, Hans Terofal

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Der ehemalige Sheriff Clayton (Van Cleef) verhilft dem angeblichen Mörder Philipp Vermeer (O'Brien) zur Flucht vor Kopfgeldjägern. Vermeer wird beschuldigt, das Oberhaupt des mächtigen Saxon-Clans erschossen zu haben, doch Clayton kennt den wahren Täter und will Vermeers Unschuld beweisen. Tatsächlich haben die skrupellosen Saxon-Brüder um den Ältesten David (Frank) die Ermordung von Vermeers Vater veranlasst, um sich dessen Silbermine anzueignen, und mit Vermeer und Clayton sollen nun auch die letzten Zeugen für ihre Machenschaften beseitigt werden.
In seinem Regiedebüt versucht Giancarlo Santi offenbar krampfhaft, seinem großen Vorbild Sergio Leone nachzueifern und imitiert viele von dessen Stilmitteln - leider mehr schlecht als recht. Die Figuren sind meist lächerlich überzeichnet und ohne jeden Tiefgang, einzig bei Klaus Grünberg alias Adam Saxon blitzt ein wenig kinskischer Irrsinn auf. Die idiotische Handlung kulminiert in einem dilettantischen Shootout, bei welchem dem unantastbaren Lee Van Cleef doch tatsächlich wie einem Western-Trottel der Hut vom Kopf geschossen wird.
Olmo
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ESCAPE PLAN 5/10

Beitrag von Olmo »

USA 2013 - Regie: Mikael Håfström. Darsteller: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel, Curtis Jackson, Sam Neill, Vinnie Jones, Faran Tahir, Vincent D'Onofrio, Amy Ryan

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Der Sicherheitsexperte Ray Breslin (Stallone) lässt sich in Hochsicherheitsgefängnisse einschleusen, um anhand ausgefeilter Ausbruchsszenarien deren Zuverlässigkeit zu testen. Im Auftrag der CIA soll er sich nun an einem neuartigen Prototypen versuchen, der zur Verwahrung gefährlicher Terroristen und sonstigen ''Abschaums'' dienen soll. Entgegen der Vereinbarung wird Breslin jedoch entführt und ohne Kontakt zu seinen Kollegen in dem hochmodernen Sicherheitstrakt eingekerkert. Zusammen mit Mithäftling Emil Rottmayer (Schwarzenegger), der regelmäßig von dem sadistischen Direktor Willard Hobbs (Caviezel) gefoltert wird, ersinnt Breslin einen Ausbruchsplan aus dem scheinbar unentrinnbaren Verlies.
Ganz so schlecht wie die meisten Kritiken behaupten ist das Gipfeltreffen der Action-Giganten Stallone und Schwarzenegger nicht, auch wenn die ganze Story ziemlich konstruiert und eindimensional ist. Entgegen dem ausdrücklichen Wunsch der Hauptdarsteller wurde auf die übliche Synchronisation der beiden durch Thomas Danneberg verzichtet und Schwarzenegger in ungewohnter und ziemlich blöder Weise von Ralph Schicha gesprochen.
Olmo
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ICH.DARF.NICHT.SCHLAFEN. 4/10

Beitrag von Olmo »

Großbritannien 2014 - Regie: Rowan Joffe. Darsteller: Nicole Kidman, Colin Firth, Mark Strong, Anne-Marie Duff

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Jeden Morgen erwacht Christine (Kidman) ohne jede Erinnerung an die letzten 15 Jahre. Ihr Ehemann Ben (Firth) erklärt ihr anschließend in geduldiger Routine, sie habe damals bei einem Verkehrsunfall eine schwere Kopfverletzung erlitten. Ohne Bens Wissen nimmt aber auch der Neurologe Dr. Nasch (Strong) täglich Kontakt zu ihr auf und weist sie auf eine versteckte Kamera im Schrank hin, auf der Christine ihre Erinnerungen speichert. So erfährt Christine, dass Bens Berichte nicht der Wahrheit entsprechen und er ihr sogar den gemeinsamen Sohn Adam verschweigt.
Eigentlich eine faszinierende und spannende Geschichte, die mit einer stereotyp und blutleer agierenden Nicole Kidman mit Fusselfrisur allerdings ziemlich fehlbesetzt ist. Auch Colin Firth und Mark Strong wirken lustlos und bleiben enttäuschend schwach.
Olmo
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GODZILLA 7/10

Beitrag von Olmo »

Japan, USA 2014 - Regie: Gareth Edwards. Darsteller: Aaron Taylor-Johnson, Ken Watanabe, Elizabeth Olsen, Juliette Binoche, Sally Hawkins, David Strathairn, Bryan Cranston, Richard T. Jones, CJ Adams, Victor Rasuk

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Nachdem er 15 Jahre zuvor seine Frau Sandra (Binoche) bei einem Unfall im Atomkraftwerk auf tragische Weise verloren hat, will der für die Reaktorsicherheit zuständige Joe Brody (Cranston) noch immer nicht an ein normales Erdbeben als Ursache des Unglücks glauben. Tatsächlich entdecken er und sein Sohn Ford (Taylor-Johnson) beim Betreten des streng abgeschirmten Sperrgebiets, dass die Verantwortlichen um Dr. Serizawa (Watanabe) eine gigantische Kreatur bewachen, welche die Anlage einst zerstörte, um von dem radioaktiven Material zehren zu können. Das Monster bricht kurz darauf aus und will sich mit einem weiblichen Artgenossen paaren. Die vernichtende Ausbreitung der Ungeheuer kann nur durch weiteres, allseits bekanntes Riesenmonster verhindert werden.
Nach einem vielversprechenden und äußerst dramatischen Beginn wendet sich die Handlung leider der üblichen Verherrlichung des amerikanischen Militärs zu. Glücklicherweise wird das aber überlagert durch die beeindruckende Inszenierung der lovecraftschen Kolosse und dem sehr an das japanische Original angelehnten Titelhelden. Der ''Monsters''-erfahrene Regisseur Edwards greift dabei auf einige intelligente und Spannung erzeugende Kunstgriffe zurück wie Schatten, Spiegelungen oder Kreaturen im Nebel. Der großartige Soundtrack rundet das somit gelungene Kaijū-Spektakel ab.
Olmo
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LOOPER 5/10

Beitrag von Olmo »

China, USA 2012 - Regie: Rian Johnson. Darsteller: Bruce Willis, Joseph Gordon-Levitt, Emily Blunt, Paul Dano, Noah Segan, Piper Perabo, Summer Qing, Jeff Daniels, Pierce Gagnon

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In der Zukunft ist es durch die fortschrittliche Technologie unmöglich geworden, Menschen zu beseitigen, ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen. Im Untergrund hat sich daher ein Syndikat gebildet, das seine Opfer mittels verbotener Zeitreisen in die Vergangenheit schickt, wo sie von eigens engagierten ''Loopern'' wie Joseph Simmons (Gordon-Levitt) auf der Stelle eliminiert werden. Darüber hinaus ist der Looper verpflichtet, zu einem unbestimmten Zeitpunkt auch sein älteres Selbst zu töten, was in Josephs Fall gründlich daneben geht. Der ältere Joseph (Willis) ist auf der Suche nach einem bestimmten Kind, das in der Zukunft als ''Regenmacher'' die Syndikate beherrscht und für den Tod von Josephs Ehefrau verantwortlich ist. Die Spur führt beide Josephs zur Farm von Sara (Blunt) und deren Sohn Cid (Gagnon), dessen Ermordung zwar skrupellos, doch nach aller Logik ein Segen für die Menschheit wäre.
Die etwas holprig beschriebene Zukunftsvision von ''Looper'' ist im Grunde ziemlich langweilig und die meisten Charaktere sind weitgehend uninteressant. Irgendwie bleibt das ganze dystopische Konstrukt in seinem eigenen komplizierten Räderwerk stecken und weiß nicht so recht, welche Geschichte es eigentlich erzählen soll. Höchst beeindruckend ist dagegen die drastische Darstellung der grausamen Logik der Zeitreisen, bei der Menschen wie durch Zauberhand die Gliedmaßen entfernt werden können und der sich ein Kind mit seiner mitleidserregenden Unschuld entgegenstellt.
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THE MONUMENTS MEN 6/10

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Deutschland, USA 2014 - Regie: George Clooney. Darsteller: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville, Dimitri Leonidas, Cate Blanchett

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Nach der alliierten Invasion in der Normandie erhält eine Gruppe internationaler Kunstexperten den Auftrag, die Kunstschätze Europas vor den Zerstörungen des Krieges zu bewahren und die von den Deutschen geraubten Kulturgüter ausfindig zu machen. Zu Tausenden haben diese Museen, Kirchen und Privatsammlungen geplündert, um Hitlers Traum von einem gigantischen ''Führermuseum'' in Linz zu verwirklichen. Bei den alliierten Militärs stößt der Schutz von Kulturgütern angesichts des blutigen Kriegsalltags auf wenig Interesse. Die Deutschen wiederum erweisen sich beim Umgang mit ihrer Beute als erstaunlich sorgsam. Dennoch beginnt für die ''Monuments Men'' bald ein Wettlauf gegen Hitlers ''Nerobefehl'' zur Vernichtung aller Schätze und deren Bedrohung durch die heranrückende Rote Armee.
Bei aller Kritik an der angeblichen Verharmlosung des Krieges ist der Film eigentlich ganz unterhaltsam und erinnert stilistisch mit der Versammlung internationaler Stars an ''Gesprengte Ketten'' (1963). Zwar wurde viel Wert auf die Darstellung historischer Fakten gelegt, doch ein wichtiger Aspekt wurde übergangen: Nicht nur Deutsche und Russen stellten eine Bedrohung für die unzähligen aufgespürten Kulturgüter dar sondern auch die alliierten Militärs selbst, die die ganzen Kostbarkeiten gegen den Widerstand der Kunstexperten als Kriegsbeute mit in die Heimat nehmen wollten und was ihnen in vielen Fällen leider auch gelang.
Olmo
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OH BOY 8/10

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Deutschland 2012 - Regie: Jan Ole Gerster. Darsteller: Tom Schilling, Friederike Kempter, Marc Hosemann, Katharina Schüttler, Justus von Dohnányi, Andreas Schröders, Arnd Klawitter, Martin Brambach, Rolf Peter Kahl, Lis Büttner, Theo Trebs, Katharina Hauck, Steffen C. Jürgens, Sanne Schnapp, Frederick Lau, Ulrich Noethen, Michael Gwisdek

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Niko (Schilling) streift durch Berlin ebenso ziellos, wie er durchs Leben geht. Seine Beziehung zu Elli (Schüttler) ist gerade in die Brüche gegangen, sein Jurastudium hat er abgebrochen, sein Vater (Noethen) hat ihm den Geldhahn zugedreht und der Führerschein ist auch weg. Auf seiner Odyssee trifft er auf sonderbare Nachbarn (von Dohnányi), alte Freunde (Hosemann), eine ehemalige Klassenkameradin (Kempter) und einen alten Herrn (Gwisdek), der ihm von seiner Kindheit im Nationalsozialismus erzählt. Angesichts der teils kafkaesken Begegnungen stellt sich für Niko die berechtigte Frage, ob um ihn herum alle irre sind oder ob es an ihm selbst liegt.
In seiner Abschlussarbeit erzählt Gerster Geschichten, die wahrhaft aus dem Leben gegriffen sind. Wenn auch maßlos übertrieben erinnert alles an Episoden, die jeder schon einmal am eigenen Leib erfahren hat. Gerade das macht den Film so sympathisch, der mit seiner poetischen Schwarzweiß-Optik, den großartigen Darstellern und dem passenden Jazz-Soundtrack meisterhaft inszeniert ist.
Olmo
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LONE RANGER 3/10

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USA 2013 - Regie: Gore Verbinski. Darsteller: Johnny Depp, Armie Hammer, Tom Wilkinson, William Fichtner, Barry Pepper, James Badge Dale, Ruth Wilson, Helena Bonham Carter

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Beim Bau seiner profitablen Eisenbahnlinie durch den Wilden Westen ist dem Unternehmer Latham Cole (Wilkinson) das geschützte Territorium der Cheyenne im Weg. Er beauftragt den Mörder Butch Cavendish (Fichtner) mit der Beseitigung von Dan Reid (Dale) und seiner Ranger, die bisher den Frieden mit den Indianern garantierten. Inszenierte Indianerüberfälle der Cavendish-Bande sollen die Vernichtung der Cheyenne und die Inbesitznahme ihres Landes rechtfertigen, auf dem außerdem gewaltige Silbervorkommen schlummern. Der Indianer Tonto (Depp) hatte als Kind Cole und Cavendish einst zu diesen Vorkommen geführt, die daraufhin seinen gesamten Stamm ausrotteten. Zusammen mit Reids Bruder John (Hammer) macht Tonto Jagd auf Cavendish und will Coles rücksichtslose Pläne vereiteln.
Der Film weiß nicht so recht, was er sein will: schrullige Westernkomödie, Action-Spektakel oder tiefsinniges Historiendrama. Der Kontrast zwischen der geschichtskritischen Thematisierung der Indianervertreibung und Johnny Depps lächerlicher Maskerade ist einfach unerträglich. Ein wahrhaftiger Rohrkrepierer.
Olmo
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DIE BESTIMMUNG - DIVERGENT 3/10

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USA 2014 - Regie: Neil Burger. Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, Ashley Judd, Jai Courtney, Ray Stevenson, Zoë Kravitz, Miles Teller, Tony Goldwyn, Ansel Elgort, Maggie Q, Mekhi Phifer, Kate Winslet

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Nach einem verheerenden Krieg leben die Einwohner der Stadt Chicago abgeschottet hinter einem gewaltigen Schutzzaun. Die Gesellschaft ist streng nach Fraktionen geordnet, unter anderem den Gelehrten und Wissenschaftlern der ''Ken'', den Polizisten und Soldaten der ''Ferox'' und den sozial engagierten ''Altruan'', die auch die Regierung in der Stadt ausüben. Wie alle anderen muss sich auch Beatrice (Woddley) von den Altruan einem Persönlichkeitstest unterziehen, der die Fraktionszugehörigkeit festlegen soll. Doch das Ergebnis bleibt unbestimmt, was in einer wohlgeordneten Gesellschaft unbedingt geheim gehalten werden muss. Beatrice schließt sich als ''Tris'' schließlich den Ferox an und durchläuft ein brutales Trainingsprogramm. Ihr Ausbilder Four (James) entpuppt sich ebenfalls als ''Unbestimmter'' und bringt ihr bei, wie sie ihre wahre Natur bei den anstehenden Prüfungen verbergen kann. Außerdem wird eine Revolte der Ken um Jeanine Matthews (Winslet) aufgedeckt, die mittels eines Transmitters die Ferox zu willenlosen Soldaten machen wollen, um sich so der Herrschaft der Altruan zu entledigen.
Die dystopische Gesellschaftsform mit einer zwanghaften Abgrenzung von Fraktionen erinnert doch stark an dämliche High School-Filmchen, in denen das geplagte Nerd-Dummchen davon träumt, den Cheerleadern anzugehören. Mehr Niveau erreicht ''Divergent'' auch nicht, schon gar nicht mit dem gruseligen ''High School Musical''-Soundtrack. Und die vorwiegend zweitklassigen Darsteller werden angeführt von einer glubschäugigen Hauptdarstellerin, der man den Wandel vom braven Mauerblümchen zur schlagkräftigen Amazone nicht abnimmt.
Olmo
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TRANSCENDENCE 4/10

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China, Großbritannien, USA 2014 - Regie: Wally Pfister. Darsteller: Johnny Depp, Rebecca Hall, Paul Bettany, Cillian Murphy, Kate Mara, Cole Hauser, Morgan Freeman

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Der Wissenschaftler Will Caster (Depp) arbeitet an der Entwicklung einer fühlenden künstlichen Intelligenz, die jeglichem menschlichen Intellekt überlegen ist und den technischen Fortschritt in unvorstellbare Höhen treiben soll. Damit handelt er sich allerdings die Feindschaft radikaler Technologiegegner ein, die einen brutalen Anschlag auf sein Labor verüben und ihn mit radioaktiv verseuchter Munition verletzen, was ihm nur noch wenige Monate zu leben gibt. Casters Forschungsprojekt basiert auf der Übertragung eines lebenden Gehirns auf einen Quantencomputer, was seine verzweifelte Ehefrau Evelyn (Hall) zu dem Plan verleitet, auch das Gehirn ihres Mannes zu kopieren und seinen Geist somit zu bewahren. Will stirbt kurz darauf, doch das Experiment verläuft erfolgreich und schon bald wird auf Veranlassung von Wills Computer-Ich in einem abgelegenen Nest eine gewaltige Forschungseinrichtung aufgebaut, die allerhand bahnbrechende Technologien in Medizin, Energie und Biologie entwickelt. Doch Wills ehemalige Kollegen Joseph Tagger (Freeman) und Max Waters (Bettany) bezweifeln die scheinbar idealistischen und weltverbessernden Absichten von Wills Entwicklungen und befürchten dunkle Pläne zur Unterjochung der gesamten Menschheit.
Eine wenig originelle und schon viel zu oft filmisch und literarisch behandelte Grundidee, die zwar optisch hochwertig in Szene gesetzt wurde, inhaltlich aber dennoch völlig reizlos bleibt. Letztendlich scheitert das Ganze an zu wenig Spannung und zu viel Kitsch.
Olmo
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EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER 6/10

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Mexiko, USA 1970 - Regie: Don Siegel. Darsteller: Shirley MacLaine, Clint Eastwood, Manolo Fabregas

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Der Söldner Hogan (Eastwood) rettet in der mexikanischen Wüste die Nonne Sara (MacLaine) vor Vergewaltigern. Beide haben die Zerstörung der Garnison der verhassten Franzosen in Chihuahua zum Ziel, doch während die Nonne den idealistischen Freiheitskampf der Mexikaner unterstützt, ist Hogan hauptsächlich an dem Gold der Franzosen interessiert. Das gegensätzliche Paar ergänzt sich auf dem gefahrvollen Weg nach Chihuahua hervorragend, auch wenn sich schließlich herausstellt, dass Sara gar keine Nonne, sondern eine weithin bekannte Prostituierte ist.
Die Handlung um den Kampf der Mexikaner gegen die französische Interventionsarmee ist ein grandioser Murks, der zudem ziemlich holprig und stümperhaft umgesetzt wurde. Das satirische Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller ist dagegen äußerst unterhaltsam und Ennio Morricone steuert wie immer einen meisterhaften Soudtrack bei.
Olmo
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LOST IN TRANSLATION 8/10

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Japan, USA 2003 - Regie: Sofia Coppola. Darsteller: Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, Fumihiro Hayashi

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Die abflautende Karriere bringt dem alternden Filmstar Bob Harris (Murray) gerade mal noch Angebote für deprimierende Whiskey-Werbespots und alberne Talkshows in Japan ein. Die regelmäßigen Telefonate mit seiner Ehefrau verlaufen wortkarg und emotionslos. Verloren und irritiert von der befremdlichen japanischen Kultur freundet er sich mit der jungen Charlotte (Johansson) an, deren Ehemann John (Ribisi) als gefragter Fotograf die meiste Zeit unterwegs ist und seine Frau einsam im Hotel zurücklässt. Ziellos durchstreift Charlotte Tokio, beginnt an ihrem Lebensweg zu zweifeln und gerät in eine Sinnkrise. Schlaflos vertreiben sich Charlotte und Bob ihre Langeweile im wilden Nachtleben der Stadt und genießen den Abstand von ihrem freudlosen Ehealltag.
Ein stilles und wunderschön inszeniertes Drama voller Heiterkeit und Melancholie. Die japanische Gesellschaft wird dabei in all ihren vielfältigen Facetten beleuchtet - von anmutiger Tradition bis zur schrillen Popkultur.
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DRACULA UNTOLD 6/10

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USA 2014 - Regie: Gary Shore. Darsteller: Luke Evans, Dominic Cooper, Sarah Gadon, Art Parkinson, Charles Dance

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Als Kind wurde Vlad (Evans) von den Türken versklavt und kam später als ''Pfähler'' zu grausamer Berühmtheit. Inzwischen regiert er als Fürst sein transsylvanisches Reich, ist den Osmanen um Sultan Mehmed (Cooper) aber zu Tributzahlungen verpflichtet. Als er aus seinem Volk auch noch 1000 Jünglinge für Mehmeds Janitscharenarmee stellen soll, verweigert Vlad den Gehorsam und wählt den Weg des Krieges. Um gegen den übermächtigen Gegner bestehen zu können, sucht er einen im Gebirge hausenden Vampir (Dance) auf, der ihm durch Trinken seines Blutes zu dämonischer Stärke verhilft. Dabei muss Vlad jedoch drei Tage lang dem unbändigen Durst nach Menschenblut widerstehen, ansonsten wäre er zu einem ewigen Dasein als Monster verdammt.
Interessante Variante der Dracula-Geschichte, die die Beweggründe des Fürsten auf sehr menschliche Weise erklärt. Daraus erwächst eine erstaunliche Sympathie für den Blutsauger, auch wenn die sülzige Familienstory in dem unterhaltsamen Actionspektakel stört.
Olmo
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GOD BLESS AMERICA 6/10

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USA 2011 - Regie: Bobcat Goldthwait. Darsteller: Joel Murray, Tara Lynne Barr

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Frank (Murray) erträgt nur noch mit Mühe die Dummheit und Respektlosigkeit der Menschen in seiner Umgebung und den allgegenwärtigen stupiden Irrsinn des Fernsehprogramms. In seinen Tagträumen wird er zum blutigen Rächer und setzt mit seiner Waffe all dem ein erbarmungsloses Ende. Als er aus nichtigen Gründen seinen Job verliert und bei ihm auch noch ein unheilbarer Gehirntumor festgestellt wird, hat Frank nichts mehr zu verlieren und beginnt, seine Träume in die Tat umzusetzen. Fasziniert von der Blutorgie schließt sich ihm die resolute Schülerin Roxy (Barr) an und bald zieht das Killerpärchen durchs Land, um all die hassenswerten Elemente der Gesellschaft zu beseitigen.
Frank lebt den Traum, der in jedem von uns schlummert. Jedenfalls würde es so mancher ihm gerne gleichtun und die popcornknabbernden Idioten im Kino oder die widerlichen Hassprediger aus dem Fernsehen ihrer gerechten Strafe zuführen. So macht das furiose Gemetzel der beiden sympathischen Protagonisten auch einen Heidenspaß, und angesichts des überzogenen Sarkasmus erübrigt sich Kritik über die Verharmlosung eines Amoklaufs. Leider verebbt die gnadenlose Satire dann aber in unnötigem moralischen Ernst und in Resignation, so dass die ''Bösen'' am Ende doch wieder die Oberhand gewinnen.
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THE HELP 6/10

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Indien, USA, Vereinigte Arabische Emirate 2011 - Regie: Tate Taylor. Darsteller: Jessica Chastain, Viola Davis, Bryce Dallas Howard, Allison Janney, Chris Lowell, Ahna O'Reilly, Sissy Spacek, Octavia Spencer, Mary Steenburgen, Emma Stone, Cicely Tyson, Mike Vogel

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Auch 100 Jahre nach dem Ende der Sklaverei werden die Schwarzen in den Südstaaten immer noch wie Untermenschen behandelt und von ihren Arbeitgebern als deren Eigentum betrachtet. Die junge Schriftstellerin Skeeter will das Schicksal der zahllosen schwarzen Hausmädchen dokumentieren, welche aufopferungsvoll die Kinder ihrer weißen Bosse aufziehen, bis diese schließlich selbst zu ihren Bossen werden. Während ihrer Interviews erfährt Skeeter von furchtbar tragischen, aber auch hoffnungsvollen und witzigen Episoden.
Unterhaltsamer Einblick in den alltäglichen Südstaaten-Rassismus, auch wenn das Gezeigte die wahre Perversion der Rassentrennung weitgehend verschweigt und angesichts der bekannten Realität viel zu positiv ausfällt. Dennoch ein wunderschönes Märchen mit einigen großartigen Darstellern.
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