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Olmo
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A WORLD BEYOND 6/10

Beitrag von Olmo »

USA 2015 - Regie: Brad Bird. Darsteller: George Clooney, Hugh Laurie, Britt Robertson, Raffey Cassidy, Tim McGraw, Kathryn Hahn, Keegan-Michael Key, Thomas Robinson, Pierce Gagnon, Chris Bauer

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Der enthusiastische Frank Walker (Robinson) will mit seinem selbst gebauten Raketenrucksack den Erfinderwettbewerb auf der Weltausstellung in New York gewinnen. Das Mädchen Athena (Cassidy) steckt ihm dabei einen Button zu, der ihn in das futuristische ''Tomorrowland'' versetzt, in dem die technischen Errungenschaften keine Grenzen zu haben scheinen. Jahre später erhält die junge Casey Newton (Robertson) den gleichen Button, ebenfalls von Athena, die sich als humanoider Roboter entpuppt. Casey träumt von einem Flug ins All und sabotiert daher den geplanten Abriss der Abschussrampe in Cape Canaveral. Die Menschheit hat inzwischen jeglichen Zukunftsoptimismus verloren und steuert auf das Ende der Welt zu, ausgelöst durch eine von dem erwachsenen Frank (Clooney) gebauten Maschine, die nicht nur in Vergangenheit und Zukunft blicken lässt, sondern unbeabsichtigt auch die Gedanken der Menschen in negativer Weise beeinflusst. Casey, Frank und Athena reisen auf abenteuerlichen Wegen nach Tomorrowland, um die Maschine zu zerstören. Der Roboter-Gouverneur Nix (Laurie) hält den Untergang der Menschheit dagegen für unabwendbar und stellt sich ihnen in den Weg.
Ein gelungenes phantasievolles Science-Fiction-Abenteuer mit hervorragenden Darstellern und bei allem Ernst der Geschichte auch mit viel Ironie und Slapstick. Der übliche Disney-Kitsch darf natürlich nicht fehlen, fällt aber auch nicht allzu sehr ins Gewicht.
Olmo
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FRANKENWEENIE 5/10

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USA 2012 - Regie: Tim Burton. Deutsche Sprecher: Niklas Münnighoff, Jakob Riedl, Melanie Manstein, Laura Maire, Alexander Duda, Erich Ludwig, Alexandros Chlupsa

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Der wissenschaftsbegeisterte Schüler Victor Frankenstein verliert bei einem Unfall seinen geliebten Hund Sparky. Inspiriert durch seinen exzentrischen Lehrer Rzykruski gelingt es Victor, Sparky mittels Elektrizität wiederzubeleben. Zunächst kann er das gruselige Experiment noch geheim halten, doch als die Mitschüler davon erfahren, wollen sie ihre toten Haustiere ebenfalls zum Leben zu erwecken. Dabei werden allerdings schauerliche Monster geboren, welche bald die ganze Stadt bedrohen.
Tim Burtons Puppenspektakel ist gewohnt phantasievoll inszeniert und bringt einige grandiose Figuren hervor. Dennoch ist die Geschichte recht einfältig und wirkt ein wenig erzwungen. An die Qualität von ''Nightmare Before Christmas'' (1993) und ''Corpse Bride'' (2005) reicht der Film jedenfalls nicht heran.
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DRACHENKRIEGER - DAS GEHEIMNIS DER WIKINGER 2/10

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Norwegen 2013 - Regie: Mikkel Brænne Sandemose. Darsteller: Pål Sverre Valheim Hagen, Nicolai Cleve Broch, Bjørn Sundquist, Sofia Helin, Maria Annette Tanderø Berglyd, Julian Podolski, Jens Hultén, Terje Stromdahl

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Außergewöhnliche Grabungsfunde des Archäologen Sigurd Svendsen bergen Hinweise, dass ortsansässige Wikinger bereits vor tausend Jahren die weit entfernte Finnmark bereist haben, wo nun deren sagenumwobener Schatz verborgen sein soll. Zusammen mit seinen aufmüpfigen Kindern und einigen Kollegen startet Sigurd eine Expedition in den hohen Norden, wo er jedoch anstatt eines Schatzes die Brut einer gigantischen Seeschlange aus mythologischen Zeiten entdeckt.
Albernes Kindermärchen, das sich wirr der nordischen Sagenwelt bedient, um eine hanebüchene Geschichte über die heldenhaften Wikinger, die Erziehungsprobleme eines verwitweten Vaters und ein beißwütiges Seemonster zu erzählen. Das lächerliche Abenteuer endet schließlich auch vollkommen abrupt macht überhaupt keinen Sinn.
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3 DAYS TO KILL 7/10

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Frankreich, USA 2014 - Regie: McG. Darsteller: Kevin Costner, Amber Heard, Hailee Steinfeld, Connie Nielsen, Richard Sammel, Eriq Ebouaney, Tómas Lemarquis, Raymond J. Barry, Jonathan Barbezieux, Jonas Bloquet

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Auch im fortgeschrittenen Alter erfüllt der CIA-Agent Ethan Renner (Costner) die gefährlichsten Aufträge mit gelassener Routine. Doch seine ruhmreiche Karriere wird jäh beendet, als bei ihm eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird und man ihm nur noch wenige Monate zu leben gibt. Um seine Angelegenheiten zu regeln und seine vernachlässigten Vaterpflichten nachzuholen, reist Ethan nach Paris, wo seine Ex-Frau Christine (Nielsen) mit der gemeinsamen Tochter Zoey (Steinfeld) lebt. Die zwielichtige Agentin Vivi (Heard) ködert Ethan mit einem neuartigen Medikament, das sein Leben verlängern könnte, wenn er im Gegenzug einen weltweit gesuchten Terroristen aufspürt und eliminiert.
Souverän und sympathisch verkörpert Kevin Costner den alternden Haudegen, der gewissenhaft und humorvoll seinem blutigen Geschäft nachgeht, während er sich gleichzeitig mit den Eskapaden seiner pubertierenden Tochter herumschlagen muss.
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DER KNOCHENJÄGER 7/10

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USA 1999 - Regie: Phillip Noyce. Darsteller: Denzel Washington, Angelina Jolie, Queen Latifah, Michael Rooker, Mike McGlone, Luis Guzmán, Leland Orser, John Benjamin Hickey, Bobby Cannavale, Ed O'Neill

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Der angesehene Spurensicherungsexperte Lincoln Rhyme (Washington) ist seit einem Dienstunfall querschnittsgelähmt und will seinem deprimierenden Dasein so schnell wie möglich ein Ende setzen. Dennoch lässt er sich mit den Ermittlungen zu einem mysteriösen Mordfall betrauen, die er per Telefon und Internet von seinem Bett aus steuert. Die junge Streifenpolizistin Amelia Donaghy (Jolie) beeindruckt Rhyme durch ihre sorgsamen Methoden zur Spurensicherung am Tatort, lässt sich aber nur widerwillig zu dessen weiteren Ermittlungen vor Ort überreden. Die grausame Mordserie geht weiter und jedesmal hinterlässt der Täter verschlüsselte Hinweise auf zukünftige Morde, die schließlich zu Lincoln Rhyme selbst führen.
Ein spannender Thriller, der zwar längst nicht an die düstere Atmosphäre von ''Sieben'' (1995) heranreicht, den man aber dennoch immer wieder gerne anschaut. Froschlippe Angelina Jolie macht ihre Sache eigentlich ganz gut und verkörpert die heranreifende Ermittlungsexpertin recht glaubwürdig. Richtig Freude macht aber der souveräne Auftritt von Ed O'Neill, der sich nach dem Ende von ''Eine schrecklich nette Familie'' schnell von seinem ''Al Bundy''-Image lösen konnte und hier eine völlig neue Seite seines schauspielerischen Potentials aufzeigt.
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THE EQUALIZER 7/10

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USA 2014 - Regie: Antione Fuqua. Darsteller: Denzel Washington, Marton Csokas, Chloë Grace Moretz, David Harbour, Haley Bennett, Bill Pullman, Melissa Leo, David Meunier, Johnny Skourtis, Alex Veadov, Vladimir Kulich, E. Roger Mitchell

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Robert McCall (Washington) ist ein sanftmütiger Baumarkt-Angestellter, der sich liebevoll um die Menschen in seinem Umfeld kümmert. Von seiner blutigen Vergangenheit als Agent ahnt niemand etwas, auch wenn sein früheres Leben für die meisten ein rätselhaftes Mysterium ist. Als die minderjährige Prostituierte Alina (Moretz) von russischen Zuhältern brutal zugerichtet wird, greift McCall auf seine alten Talente zurück und tötet die gesamte Gang. Damit tritt er allerdings eine ganze Lawine von Racheaktionen der russischen Mafia los, die den erbarmungslosen Ermittler Teddy (Csokas) auf McCall ansetzt.
Gut inszeniertes Action-Produkt, auch wenn die Grundidee um einen braven Bürger, der sich zum Batman-artigen Rächer mausert, nicht gerade innovativ ist. Die mechanischen und emotionslosen Tötungspraktiken des Protagonisten sind fast schon angsteinflößend, und das finale Schlachtfest im Baumarkt macht einen Heidenspaß, kann der Held dort doch auf eine Vielzahl kreativer Waffen zurückgreifen. Schön anzusehen ist auch das Nachwuchstalent Chloë Grace Moretz, die eine beeindruckende Metamorphose vom braven Kinderstar zur reifen Charakterdarstellerin vollzogen hat.
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SIN CITY 2 - A DAME TO KILL FOR 5/10

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USA, Zypern 2014 - Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez. Darsteller: Mickey Rourke. Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt, Rosario Dawson, Bruce Willis, Eva Green, Powers Boothe, Dennis Haysbert, Ray Liotta, Stacy Keach, Jaime King, Christopher Lloyd, Jamie Chung, Jeremy Piven, Christopher Meloni

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Dwight McCarthy (Brolin) wird von seiner ehemaligen großen Liebe Ava (Green) um Hilfe bei der Befreiung von ihrem angeblich gewalttätigen Ehemann Damien Lord (Csokas) gebeten. Tatsächlich plant die finstere Schönheit die Ermordung ihres Gatten, um an sein Vermögen zu kommen. Der junge Spieler Johnny (Gordon-Levitt) hält sich für unbesiegbar und fordert den mächtigen Senator Roark (Boothe) heraus, der in ihm einen seiner zahlreichen unehelichen Söhne erkennt. Die Tänzerin Nancy (Alba) will sich ihrerseits an Roark für die Ermordung ihres Beschützers John Hartigan (Willis) rächen.
Schwache Fortsetzung des beeindruckenden ersten Teils von 2005. Optisch und erzählerisch hat der Film überhaupt nichts Neues zu bieten. Immerhin sind mit Josh Brolin, Mickey Rourke, Ray Liotta und Anderen einige großartige Darsteller vertreten, die mit ihren sympathischen Figuren die insgesamt langweilige Story ein wenig aufwerten.
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MR. TURNER - MEISTER DES LICHTS 7/10

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Deutschland, Frankreich, Großbritannien 2014 - Regie: Mike Leigh. Darsteller: Timothy Spall, Dorothy Atkinson, Marion Bailey, Paul Jesson, Lesley Manville, Martin Savage, Ruth Sheen, David Horovitch, Karl Johnson, Peter Wight, Joshua McGuire, Stuart McQuarrie, Sylvestra Le Touzel, Sam Kelly

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Für seine imposante Landschaftsmalerei genießt William Turner (Spall) hohes Ansehen bis in die höchsten Kreise, wenn auch seine brachiale Malweise nicht immer den Geschmack der Kunstkenner trifft und er mit seiner mürrischen und lieblosen Art die Menschen oft abschreckt. Fasziniert von Dunst, Wolken und den Gewalten des Meeres bereist Turner unerschrocken die wildesten Landschaften und überträgt seine Eindrücke eilig auf die Leinwand, stets unterstützt von seinem Vater (Jesson), der bis zuletzt aufopferungsvoll die Karriere des Sohnes unterstützt. In späten Jahren gilt Turner zunehmend als Sonderling, dessen immer abstrakter werdenden Werke in der Öffentlichkeit mehr Belustigung als Bewunderung hervorrufen.
Die außergewöhliche Biographie wirkt zunächst öde und ermüdend, ehe man erkennt, dass Turner hier nicht als Genie verklärt, sondern als echter Mensch beschrieben wird, der von noch viel echteren Menschen umgeben ist. Die Frauen im Film sind wahrhaftig keine Schönheiten, die Dispute in den intellektuellen Kreisen sind unfassbar dämlich und vermeintliche Momente der Romantik und Poesie enden zumeist in Peinlichkeit und Schweigen. So ist das großartige Portrait des führenden Vertreters der englischen Romantik von einem unerwartet schonungslosen Realismus geprägt.
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MÖRDERSPINNEN 5/10

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USA 1977 - Regie: John Cardos. Darsteller: William Shatner, Tiffany Bolling, Woody Strode, Lieux Dressler, David McLean, Natasha Ryan, Joe Ross, Marcy Lafferty, Adele Malis, Roy Engel, Altovise Davis

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Mysteriöse Todesfälle an Vieh und Haustier bringen den Tierarzt Rack Hansen (Shatner) und die Entomologin Diane Ashley (Bolling) auf die Spur mörderisch mutierter Vogelspinnen. Offenbar durch den rücksichtslosen Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln haben sich die Tiere zu hochgiftigen Monstern entwickelt, die zudem in gigantischen Herden auftreten. Bald werden auch Menschen zu Opfern der tödlichen Spinnen, die sich anschicken, das gesamte Tal zu erobern.
James T. Kirk kämpft ausnahmsweise mal nicht gegen einen Gorn, sondern gegen Legionen von achtbeinigen Krabblern. Schauspielerisch ist von William Shatner ohnehin nicht viel zu erwarten, aber auch die anderen Protagonisten agieren lächerlich laienhaft und talentfrei. Immerhin wird die Darstellung der Spinnenattacken zum Ende hin zunehmend martialisch und verlangt den Akteuren so einiges ab. Außerdem beeindruckt der mutige Einsatz von 5000 echten Vogelspinnen, die gegen jede Regel des Tierschutzes reihenweise verbrannt, verbrüht, zertreten oder zermatscht werden.
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STILL ALICE 4/10

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Frankreich, USA 2015 - Regie: Richard Glatzer, Wash Westmoreland. Darsteller: Julianne Moore, Alec Baldwin, Kristen Stewart, Kate Bosworth, Hunter Parrish, Daniel Gerroll, Steve Kunken, Shane McCrae

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Alice Howland (Moore) arbeitet erfolgreich als Dozentin für Linguistik an der Universität und führt mit Ehemann John (Baldwin) und den erwachsenen Kindern ein halbwegs beschauliches Familienleben. Einzig die Beziehung zu Tochter Lydia (Stewart) ist angespannt, da diese zum Missfallen der Mutter eine akademische Laufbahn zugunsten einer Schauspielkarriere ablehnt. Nachdem sich bei Alice Wortfindungsstörungen und Orientierungslosigkeit häufen, erhält sie von ihrem Neurologen die niederschmetternde Diagnose, sie sei mit gerade mal 50 an einer seltenen Frühform von Alzheimer erkrankt, die zudem an die Kinder weitervererbt werden kann. Zunächst gelingt es ihr noch, ihre Gedächtnislücken erfolgreich zu verbergen und begegnet ihrer Lage mit wissenschaftlicher Präzision. Doch der rasant fortschreitende Krankheitsverlauf macht eine Weiterführung ihrer wissenschaftlichen Laufbahn unmöglich und wird zur Belastungsprobe für die ganze Familie.
Insgesamt erweist sich das mehrfach ausgezeichnete Drama als Enttäuschung. Zwar wird das langsame Dahindämmern der Protagonistin durchaus eindrücklich und tragisch dargestellt, doch wird das Ganze angesichts der wahren Schrecken der Alzheimer-Krankheit weitgehend harmlos und teilweise sogar komödiantisch dargestellt. Die allerschlimmste Phase, wenn der Erkrankte sich unvermeidlich zum brabbelnden Pflegefall entwickelt, wird gänzlich ausgeblendet, Platz für ein hoffnungsvolles Ende bleibt da nicht. Realistisch dagegen wird das sich verändernde typische Verhalten des sozialen Umfeldes dargestellt, wenn Ärzte oder die Familie plötzlich in der dritten Person über den Erkrankten sprechen, obwohl er ihnen gegenüber sitzt.
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FOXCATCHER 6/10

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USA 2013 - Regie: Bennett Miller. Darsteller: Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Sienna Miller, Anthony Michael Hall, Guy Boyd, Brett Rice, Daniel Hilt

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Obwohl er bis hin zum Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 beachtliche Erfolge aufweisen kann, fühlt sich der Ringer Mark Schultz (Tatum) von seinem älteren Bruder David (Ruffalo) stets in den Schatten gestellt. Der wohlhabende Sportmäzen John Eleuthère du Pont (Carell) bietet Mark die Möglichkeit zur Abnabelung und will ihn auf seinem Anwesen in Pennsylvania für die kommenden Wettkämpfe trainieren. Du Pont ist vom Ringersport begeistert und betrachtet den Aufbau seines siegreichen ''Foxcatcher''-Teams als patriotischen Auftrag. Mark fühlt sich von du Pont zunehmend als Marionette ausgenutzt und kann erst von dessen neuem Co-Trainer David wieder erfolgreich auf Kurs gebracht werden. Du Pont verhält sich unterdessen zusehends exzentrischer und verfällt nach dem Tod seiner Mutter Jean (Redgrave) in eine tiefe Depression.
Wenn auch mit vielen Abweichungen wird die wahre Geschichte um die Ringerbrüder Schultz und ihren Gönner du Pont beschrieben, der David in der Einfahrt seines Hauses erschoss und dafür den Rest seines Lebens im Gefängnis verbrachte. Auf äußerst seltsame Weise wird das Sportlerdrama erzählt, merkwürdig still und fast ermüdend, und alles Spektakuläre wie das Training und die großen Wettkämpfe werden nahezu vollständig ausgeblendet. Übrig bleibt ein faszinierendes Kammerspiel, das von den hervorragenden Darstellern und ihrer spektakulären Maskerade ansprechend umgesetzt wird.
Zuletzt geändert von Olmo am 28.11.2015, 16:08, insgesamt 1-mal geändert.
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THE GREY - UNTER WÖLFEN 7/10

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USA 2012 - Regie: Joe Carnahan. Darsteller: Liam Neeson, Frank Grillo, Dermot Mulroney, Dallas Roberts, Joe Anderson, Nonso Anozie, James Badge Dale

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John Ottway (Neeson) arbeitet für eine Ölfördergesellschaft in der Abgeschiedenheit Alaskas als Jäger, um die dortigen Arbeiter vor wilden Tieren zu beschützen. In steter Trauer um seine verstorbene Frau hat Ottway jeglichen Lebensmut verloren und denkt an Selbstmord. Auf dem Rückflug in die Zivilisation stürzt das Flugzeug mitten in der Wildnis ab, nur Ottway und einige der Arbeiter überleben das Unglück. Die Gruppe sieht sich daraufhin nicht nur den Gefahren der eisigen Kälte gegenüber, sondern auch einem Rudel riesiger Wölfe, die keine Fremden in ihrem Territorium dulden und eine mörderische Jagd auf die Eindringlinge eröffnen.
Ein spannendes Drama, das kompromisslos und äußerst beklemmend den Überlebenskampf in der eisigen Ödnis Alaskas beschreibt. Dabei wird erstaunlich wenig Wert auf Heldentum gelegt, tatsächlich wird der Mensch hier zur hilflosen Beute degradiert ohne ernsthafte Hoffnung auf Überleben. Die vermeintlich ausgelutschte Mär vom Bösen Wolf wird hier erstaunlich beeindruckend wiederbelebt und warnt zurecht vor der naiven Unterschätzung der tödlichen Gefahren der Natur.
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SEVENTH SON 2/10

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China, Großbritannien, Kanada, USA 2014 - Regie: Sergey Bodrov. Darsteller: Jeff Bridges, Ben Barnes, Alicia Vikander, Kit Harington, Olivia Williams, Antje Traue, Gerard Plunkett, Jason Scott Lee, Djimon Hounsou, Julianne Moore

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Der Geisterjäger John Gregory (Bridges) rekrutiert den jungen und unerfahrenen Tom (Barnes) als seinen Lehrling. Viel Zeit für die Ausbildung bleibt nicht mehr, denn schon beim nächsten Blutmond drohen die finsteren Mächte um Mutter Malkin (Moore) wieder zu erstarken, nachdem es Gregory in früherer Zeit bereits gelungen war, die Hexe gefangenzusetzen und die Welt vor ihren bösen Absichten zu bewahren. Tom werden als siebtem Sohn eines siebten Sohnes besondere Kräfte zugesagt, zudem erweist sich seine Mutter (Williams) ebenfalls als Hexe, die ihm ein wundertätiges Amulett überlässt, das den Schlüssel zu Mutter Malkins Herrschaft oder deren Vernichtung darstellt.
Eine grauenhaft blöde Geschichte, die mit ihren wild zusammengewürfelten Figuren wie aus der Mottenkiste des Fantasygenres entstiegen zu sein scheint. Da treffen Hexen aus Disneys Märchen auf vielarmige Schwertkämpfer aus Tausendundeiner Nacht und auf bärenartige Pelzwechsler aus dem Hobbit. Zwar sind die zahlreichen Spezialeffekte gar nicht mal so schlecht, aber die komplette Schauspieltruppe, die mit Jeff Bridges und Julianne Moore immerhin zwei Hochkaräter in den Reihen hat, liefert eine entsetzliche und lächerlich erbärmliche Leistung ab.
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THE RAVEN 6/10

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Spanien, Ungarn, USA 2012 - Regie: James McTeigue. Darsteller: John Cusack, Luke Evans, Alice Eve, Kevin R. McNally, Brendan Gleeson, Oliver Jackson-Cohen, Jimmy Yuill, Pam Ferris, Brendan Coyle

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Die Aufklärung einiger äußerst exzentrischer Mordfälle führt Detective Fields (Evans) zwangsläufig zu dem Schriftsteller Edgar Allan Poe (Cusack), dessen morbide Geschichten offenbar als Vorlage für den Mörder dienten. Tatsächlich hat es der Täter auf Poe selbst abgesehen, dessen Verlobte Emily (Eve) er entführt und ihn so zu einem bizarren Wettstreit zwingt, bei dem er anhand von Poes Literatur Hinweise auf Emilys Aufenthaltsort hinterlässt.
Mit einer etwas holprigen Story werden die letzten Tage Edgar Allan Poes in Baltimore und sein rätselhafter Tod im Oktober 1849 behandelt - mit einem sympathischen Hauptdarsteller und einigen freimütigen Splatter-Elementen. Trotz aller Kritik kann man den Film insgesamt dann doch als Hommage an den Schriftsteller Poe und sein großartiges Werk bezeichnen, zumal es anderen historische Persönlichkeiten mit ihren Filmauftritten da wesentlich schlechter ergangen ist, man denke nur an ''Abraham Lincoln Vampirjäger'' oder ähnliche Hollywood-Grütze.
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HONIG IM KOPF 6/10

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Deutschland 2014 - Regie: Til Schweiger. Darsteller: Dieter Hallervorden, Emma Schweiger, Til Schweiger, Jeanette Hain, Katharina Thalbach, Jan Josef Liefers, Tilo Prückner, Claudia Michelsen, Anneke Kim Sarnau, Dar Salim, Arnel Taci, Fahri Yardım, Pasquale Aleardi, Samuel Koch, Carlo Ljubek, Tim Wilde, Mehmet Kurtuluş, Lilly Liefers, Claudio Caiolo, Vladimir Weigl, Liane Forestieri, Sahin Eryilmaz, Kasem Hoxha, Matthias Koeberlin, Niels Bruno Schmidt, Helmut Zierl, Dorothea Walda, Samuel Finzi, Zarah Jane McKenzie, Dana Cebulla, Jan Karras, Thomas Fehlen, Frytz Martinek, Janin Reinhardt, Violetta Schurawlow, Belinda Busch, Clelia Sarto, Luca Zamperoni, Karyn von Ostholt, Michele Grassi, Udo Lindenberg

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Seit dem Tod seiner geliebten Frau machen sich bei Amandus Rosenbach (Hallervorden) zunehmend die Symptome seiner Alzheimer-Erkrankung bemerkbar. Alleine leben kann er schon bald nicht mehr und muss ins Haus seines Sohnes Niko (T. Schweiger) übersiedeln. Niko und die Enkelin Tilda (E. Schweiger) nehmen Amandus' schrulliges Verhalten anfangs noch amüsiert und geduldig zur Kenntnis. Nur Schwiegertochter Sarah (Hain) leidet unter dem alltäglichen Chaos und muss der Familie unter Schreikrämpfen den Ernst der Situation vermitteln. Ehe der Erkrankte in ein Heim abgeschoben wird, büxen Opa und Enkelin aus und flüchten mit dem Zug in Richtung Venedig, wo Amandus seinerzeit mit seiner Frau die Flitterwochen verbracht hat.
Der deutsche Gegenentwurf zu ''Still Alice'' ist zwar wesentlich lustiger, hat aber auch seine ernsten Momente und beschreibt die Folgen einer Alzheimer-Erkrankung letztendlich viel realistischer. Dieter Hallervorden spielt seine sympathische Rolle erwartungsgemäß grandios, auch wenn Regisseur Schweiger dafür eigentlich zuerst Michael Caine vorgesehen hatte. Schweigers Tochter Emma wirkt mit ihrer gekünstelten Darstellung daneben leider wie ein nerviger Fremdkörper, und die ganze Road-Movie-Geschichte ist absolut unnötiger und klischeehafter Blödsinn, der völlig vom ursprünglichen Thema des Films abweicht.
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