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Olmo
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MERRY CHRISTMAS MR. LAWRENCE 6/10

Beitrag von Olmo »

Großbritannien, Japan, Neuseeland 1982 - Regie: Nagisa Ôshima. Darsteller: David Bowie, Tom Conti, Ryūichi Sakamoto, Takeshi Kitano, Jack Thompson

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Ein Kriegsgefangenenlager auf Java steht im Jahre 1942 unter dem strengen Regime des japanischen Hauptmanns Yonoi (Sakamoto) und seines Aufsehers Hara (Kitano). Die Japaner verachten die ihrer Meinung nach ehrlose Ergebenheit ihrer britischen Gefangenen, würde doch jeder Japaner in dieser Situation beschämt rituellen Selbstmord begehen. Als Bewunderer der japanischen Lebensart kann Lieutenant Lawrence (Conti) zwischen den gegensätzlichen Kulturen vermitteln. Als der bewunderte Kriegsheld Celliers (Bowie) ins Lager kommt, entwickelt Yonoi eine erotische Faszination für den stoischen und selbstbewussten Rebellen.
Ein beeindruckendes Kriegsdrama, mitreißend inszeniert und von wunderschöner Musik begleitet. Vielschichtig und äußerst differenziert werden die unterschiedlichen Denkweisen und kulturellen Beweggründe der Kriegsgegener gegenübergestellt, ohne dabei für eine Seite Partei zu ergreifen. Eine viel beachtete schauspielerische Leistung des unersetzlichen David Bowie. Danke dafür und für alles Andere, großer Held.
Olmo
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ROBIN HOOD - KÖNIG DER DIEBE 6/10

Beitrag von Olmo »

USA 1991 - Regie: Kevin Reynolds. Darsteller: Kevin Costner, Morgan Freeman, Christian Slater, Alan Rickman, Mary Elizabeth Mastrantonio

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Zusammen mit dem Mauren Azeem (Freeman) kehrt der englische Adlige Robin von Locksley (Costner) vom Kreuzzug König Richards in seine Heimat zurück. Dort findet er den Vater tot und seine Besitztümer verwüstet vor, beides auf Veranlassung des grausamen Sheriffs von Nottingham (Rickman). Der machthungrige Sheriff will außerdem dem verschollenen Richard Löwenherz die Krone streitig machen, wofür er allerdings Robins Geliebte Lady Marian (Mastrantonio) ehelichen muss. Robin flieht in die Wälder von Sherwood, wo er sich den Gesetzlosen um Little John und Will Scarlet (Slater) anschließt.
Die Geschichte von Robin Hood wird hier zwar unterhaltsam und humorvoll, aber auch äußerst naiv und banal erzählt. Unter all dem Durchschnitt ragt allerdings Alan Rickman in einer seiner furiosen Paraderollen heraus. Zu manchen Zeiten treten die kleinen und großen Stars in Scharen die Heimreise an. Nach Spreewaldgurkenkönig Achim Mentzel, ''Mizzi'' Maja Maranow und dem Giganten David Bowie nun also auch noch der einzigartige Alan Rickman, der neben seiner grandiosen bösartig-tollpatschigen Darstellung des Sheriffs von Nottingham vor allem auch als ''Hans Gruber'', als ''Severus Snape'', als ''Dr. Lazarus'' und als ''Metatron'' in Erinnerung bleibt.
Zuletzt geändert von Olmo am 17.01.2016, 01:30, insgesamt 1-mal geändert.
Olmo
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NACHTS IM MUSEUM - DAS GEHEIMNISVOLLE GRABMAL 3/10

Beitrag von Olmo »

Großbritannien, USA 2014 - Regie: Shawn Levy. Darsteller: Ben Stiller, Robin Williams, Owen Wilson, Steve Coogan, Ricky Gervais, Dan Stevens, Rebel Wilson, Skyler Gisondo, Rami Malek, Patrick Gallagher, Mizuo Peck, Andrea Martin, Ben Kingsley

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Die goldene Tafel des Ahkmenrah (Malek), welche das Museumsinventar Nacht für Nacht zum Leben erweckt, verliert zum Schrecken von Nachtwächter Larry Daley (Stiller) und seinen Freunden die magischen Kräfte. Hilfe erhofft man sich von Ahkmenrahs Vater (Kingsley), der im British Museum in London untergebracht ist.
Dünne und teilweise aufgewärmte Späße und ermüdendes Gesäusel über den Wert der Familie prägen den dritten Teil der ''Nachts im Museum''-Reihe. Ein paar der Animationen sind ja noch ganz gut gelungen, treten aber in den Hintergrund angesichts des überfüllten Darstelleraufgebots samt der langweiligen neuen Charaktere. Fast schon zwanghaft wird im Film ständig darauf hingewiesen, was für ein lustiger Kerl der Hauptdarsteller doch sei. Dabei ist die einzig wirklich komische Szene der selbstironische Auftritt von Hugh Jackman in alberner Kostümierung als gefeierter Star eines peinlichen ''Camelot''-Musicals.
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KINGSMAN - THE SECRET SERVICE 8/10

Beitrag von Olmo »

Großbritannien, USA 2014 - Regie: Matthew Vaughn. Darsteller: Colin Firth, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Taron Egerton, Sophie Cookson, Jack Davenport, Mark Hamill, Sofia Boutella, Edward Holcroft, Jack Cutmore-Scott, Geoff Bell, Samantha Womack, Michael Caine

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Der supergeheime Geheimdienst ''Kingsman'' um ''Arthur'' (Caine), ''Galahad'' alias Harry (Firth) und ''Merlin'' (Strong) bekämpft mit eigenwilligen, aber effektiven Methoden das Böse in der Welt. Hervorgegangen aus einer Vereinigung von Herrenschneidern legt man sehr viel Wert auf die äußere Erscheinung, auch bei den hochfunktionellen Accessoires. Der junge Eggsy (Egerton), selbst Sohn eines verstorbenen ''Kingsman'', wird von Harry rekrutiert und durchläuft ein brutales und scheinbar unmenschliches Trainingsprogramm. Unterdessen will der Internet-Milliardär Valentine (Jackson) das Problem der Überbevölkerung auf eigene Faust lösen und verteilt als angeblicher Menschenfreund kostenlose SIM-Karten, die bei Aktivierung hemmungslose Gewaltorgien verursachen können. Neben Valentine selbst soll es nur wenigen auserwählten Prominenten vergönnt sein, an einer neuen Weltordnung teilzuhaben.
''Kingsman'' erweist sich als eine grandiose Mischung aus ''James Bond'', ''Mit Schirm, Charme und Melone'' und dem Gesamtwerk von Quentin Tarantino. Elegant, wortgewandt und unglaublich brutal gehen die Agenten zu Werke und machen dabei auch vor schwedischen Prinzessinnen und Barack Obama nicht Halt. Die Auswahl der Darsteller ist absolut großartig, und mit Taron Egerton macht ausnahmsweise auch mal ein Nachwuchstalent gegenüber den übermachtigen Kollegen eine hervorragende Figur.
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BAYMAX - RIESIGES ROBOWABOHU 4/10

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USA 2014 - Regie: Don Hall, Chris Williams. Deutsche Sprecher: Amadeus Strobl, Bastian Pastewka, Andreas Bourani, Nora Hütz, Daniel Zillmann, Maria Hönig, Ronald Nitschke, Daniel Fehlow, Vera Teltz, Peter Flechtner, Christina Ann Zalamea, Peter Groeger

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Zum Leidwesen seines Bruders Tadashi vergeudet der technisch hochbegabte Hiro sein Talent bei illegalen Roboterkämpfen. Er drängt Hiro zur Präsentation einer seiner innovativen Erfindungen, um den Universitätsprofessor Callaghan zu überzeugen, Hiro in das ''Nerd-Labor'' aufzunehmen, in dem auch Tadashi und seine Freunde arbeiten. Doch kurz nach der Präsentantion kommen Tadashi und Callaghan bei einem Brand ums Leben. Dem niedergeschlagenen Hiro bleibt als Erinnerung an den Bruder nur dessen neu entwickelter ''Gesundheitsbegleiter'' Baymax, der sich bei der abenteuerlichen Aufdeckung der Hintergründe zu Tadashis Tod auch als Kampfroboter nützlich erweist.
Ganz so schlimm wie der debile deutsche Titel ist das Animationsspektakel nicht. Die Charaktere bis hin zu den verschiedenartigen Robotern sind sympathisch gezeichnet, die Handlung ist allerdings ziemlich einfältig und wirkt wie ein kommerzielles Retortenprodukt einer einfallslosen und profitorientierten Disney-Werkstatt.
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GRAND PIANO 7/10

Beitrag von Olmo »

Spanien 2013 - Regie: Eugenio Mira. Darsteller: Elijah Wood, John Cusack, Kerry Bishé, Tamsin Egerton, Allen Leech, Don McManus, Alex Winter

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Tom Selznick (Wood) gilt weltweit als einer der begabtesten Pianisten, doch sein schweres Lampenfieber macht es ihm seit Jahren unmöglich, öffentlich aufzutreten. Zu Ehren seines verstorbenen Mentors wagt er sich aber dann doch wieder auf die Bühne und bietet zunächst eine souveräne Vorstellung. Inmitten des Konzerts nimmt allerdings ein Unbekannter (Cusack) zuerst über Hinweise auf dem Notenblatt, dann über Funk Kontakt zu Selznick auf. Er zwingt den Pianisten, ein eigentlich unspielbares Stück fehlerlos darzubieten, andernfalls würde er wahlweise Selznick oder dessen Ehefrau Emma (Bishé) vor aller Augen erschießen.
Trotz der eigentlich banalen und etwas konstruierten Grundidee ein spannender Thriller mit einem großartigen Hauptdarsteller. Nicht nur wegen des klassischen Konzerts, dessen Thematisierung natürlich an ''Der Mann, der zuviel wusste'' (1956) erinnert, ist in der optischen Inszenierung des Films ganz viel Hitchcock erkennbar, sei es in der Beleuchtung, der Kameraführung, der Schnittfolge oder auch der ständig wechselnden Perpektive.
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FRAU MÜLLER MUSS WEG! 5/10

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Deutschland 2015 - Regie: Sönke Wortmann. Darsteller: Gabriela Maria Schmeide, Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Ken Duken, Mina Tander, Alwara Höfels, Rainer Galke, Jürgen Maurer

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Eine kleine Gruppe empörter Eltern ist in großer Sorge, ihre Kinder könnten den Sprung aufs Gymnasium nicht schaffen und will daher beim anstehenden Elterngespräch die scheinbar unfähige Klassenlehrerin Frau Müller zum Rücktritt zwingen. Frau Müller schimpft ihrerseits über das Verhalten der betreffenden Kinder und verlässt wutentbrannt den Klassenraum, wobei sie ihre Tasche vergisst. Unzufrieden mit dem Gesprächsverlauf verharren die Eltern geduldig in Erwartung von Frau Müllers Rückkehr, wobei sich unter ihnen mit der Zeit die ganze Bandbreite ihrer elterlichen Überforderung, ihrer eigenen Unzulänglichkeiten, ihrer aufgestauten Aggressionen und ihrer erotischen Verwicklungen offenbart.
Der nach einem Theaterstück von Lutz Hübner entstandene Film wirkt wie der erbärmliche Versuch, die groteske klaustrophobische Atmosphäre aus ''Der Gott des Gemetzels'' (2011) nachzuahmen. Nur sehr schleppend und viel zu brav kommt das Drama um überforderte Eltern und Lehrer in Gang, wobei die Charaktere viel zu stereotyp gezeichnet sind und kaum Raum für überraschende Wendungen bleibt. Das Ende wirkt dann auch ziemlich trivial, einzig der kurze Ausblick auf die interessanten ''Karrieren'' der umsorgten Kinder ist dabei erfreulich und verkehrt die ganzen Bemühungen der besorgten Eltern schließlich ins Lächerliche.
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HER 7/10

Beitrag von Olmo »

USA 2013 - Regie: Spike Jonze. Darsteller: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Chris Pratt, Matt Letscher, Portia Doubleday, Scarlett Johansson

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Die nahe Zukunft ist durch die fortschreitende Nutzung digitaler Medien und sozialer Netzwerke noch anonymer und gefühlskälter geworden. Theodore Twombly (Phoenix) schreibt beruflich für andere Leute herzerwärmende Briefe, sein Privatleben ist dagegen emotionslos und eintönig, seit er sich nach der Trennung von seiner Ehefrau Catherine (Mara) völlig in die Einsamkeit zurückgezogen hat. Ein hochentwickeltes, empfindungsfähiges Betriebssystem, das sich ihm als ''Samantha'' vorstellt, reißt ihn aus seiner Lethargie und verschafft ihm neuen Lebensmut. Theodores Verhältnis zu Samantha wird mit der Zeit zusehends intensiver bis hin zu einer echten Liebesbeziehung, die unter anderem auch Eifersucht und Sex beinhaltet.
Ein hochinteressanter Denkansatz, der einfach die gegenwärtige digitale Entwicklung weiterspinnt und eine Beziehung zwischen Mensch und Computerprogramm als in der Zukunft durchaus akzeptable und gesellschaftlich anerkannte Alternative aufzeigt und diese trotz aller zwangsläufiger Hindernisse nicht von vorneherein verteufelt.
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THE HOMESMAN 7/10

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Frankreich, USA 2014 - Regie: Tommy Lee Jones. Darsteller: Tommy Lee Jones, Hilary Swank, Jo Harvey Allen, Barry Corbin, David Dencik, William Fichtner, Grace Gummer, Evan Jones, Caroline Lagerfelt, John Lithgow, Tim Blake Nelson, Miranda Otto, Jesse Plemons, Sonja Richter, James Spader, Hailee Steinfeld, Meryl Streep

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Im kargen Nebraska-Territorium sind drei Frauen an den harten Lebensbedingungen gescheitert und haben den Verstand verloren. Die resolute und alleinstehende Farmerin Mary Bee Cuddy (Swank) erklärt sich bereit, die Frauen zur Heilung in eine weit entfernte Pfarrei nach Iowa zu bringen. Unterwegs schneidet sie den Tagedieb George Briggs (Jones) vom Galgen und erklärt ihn als Gegenleistung zu ihrem Begleiter. Auf der gefährlichen und zermürbenden Reise rauft sich das ungleiche Paar allmählich zusammen, doch scheitern auch sie letztendlich an ihren unerfüllten Hoffnungen.
Unerwartet drastisch und schonungslos wird hier das Märchen vom unerschütterlichen amerikanischen Pioniergeist zerstört. Stattdessen wird von den zahllosen unbekannten Schicksalen europäischer Siedler erzählt, die hoffnungsvoll in den Westen aufgebrochen sind und dort den fürchterlichen Lebensumständen zum Opfer fielen. Aber auch die vermeintlich unbeugsamen Hauptcharaktere entwickeln sich nicht zu den üblichen Helden des Wilden Westens, was die düstere und trostlose Grundstimmung des Films natürlich noch verstärkt.
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LOVE & MERCY 5/10

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USA 2014 - Regie: Bill Pohlad. Darsteller: John Cusack, Paul Dano, Elizabeth Banks, Paul Giamatti, Jake Abel, Brett Davern, Graham Rogers, Kenny Womald, Bill Camp, Erin Darke, Joanna Going, Mark Linett, Johnny Sneed, Max Schneider

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Hinter dem gewaltigen Erfolg der ''Beach Boys'' in den Sechziger Jahren steht der ebenso geniale wie sonderbare Brian Wilson (Dano). Schon damals entwickelt er eine schwere psychische Störung und enfremdet sich immer mehr von seinen Bandkollegen. Jahrzehnte später lernt der gealterte Brian (Cusack) die Autoverkäuferin Melinda Ledbetter (Banks) kennen, die ihn aus der Depression reißt. Um Brian für sich zu gewinnen, muss sich Melinda allerdings zuerst gegen den zwielichtigen Therapeuten Eugene Landy (Giamatti) behaupten, der die Vormundschaft über Brian ausübt und sogar dessen Testament manipuliert hat.
Ein weitgehend ödes Musikerportrait, das keine besonders interessante Geschichte erzählt. Zumindest wird der verworrene Lebensweg des Brian Wilson wenig ergreifend dargestellt. Mal hektisch, mal einschläfernd werden die überdrehten und lethargischen Phasen des Protagonisten inszeniert, was aber seinen wechselnden Geisteszustand natürlich sehr gut wiederspiegelt. Faszinierend sind die Einblicke in die Studioarbeit der Band und wie sich hinter einem scheinbar einfach gestrickten Hit eine Vielzahl ausgefeilter Klangeffekte verbergen kann.
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MAGIC IN THE MOONLIGHT 5/10

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Großbritannien, USA 2014 - Regie: Woody Allen. Darsteller: Eileen Atkins, Colin Firth, Marcia Gay Harden, Hamish Linklater, Simon McBurney, Emma Stone, Jacki Weaver, Erica Leerhsen, Catherine McCormack, Jeremy Shamos

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Der gefeierte Magier Stanley Crawford (Firth) wird von seinem Kollegen Howard Burken (McBurney) an die Côte d’Azur gebeten, um eine Schwindlerin zu entlarven. Die junge Sophie (Stone) gibt sich dort als Wahrsagerin aus und hat sich das Vertrauen der wohlhabenden Familie Catledge erschlichen. Doch auch der scheinbar unbeugsam rationale Stanley kann ihre Tricks nicht entlarven und verfällt schließlich selbst ihrer übernatürlichen Aura.
Eine sympathische, aber auch ziemlich banale Geschichte, die keinerlei überraschende Elemente aufbietet. Vor traumhafter südfranzösischer Kulisse entsteht zwar der eine oder andere poetische Moment, dennoch ist das Werk innerhalb Woody Allens Europa-Abenteuer das bisher schlechteste.
Zuletzt geändert von Olmo am 19.02.2016, 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
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NO TURNING BACK 4/10

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Großbritannien, USA 2013 - Regie: Steven Knight. Darsteller: Tom Hardy, Olivia Colman, Ruth Wilson, Andrew Scott, Ben Daniels, Tom Holland, Bill Milner, Danny Webb, Alice Lowe, Silas Carson, Lee Ross, Kirsty Dillon

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Der eigentlich zuverlässige Bauleiter Ivan Locke (Hardy) verlässt ausgerechnet am Tag vor der Errichtung des Fundaments eines gewaltigen Bauprojekts seinen Arbeitsplatz, um die Geburt seines Kindes mitzuerleben. Auf der langen Fahrt nach London wird im Laufe vieler Telefongespräche sein gesamtes Leben umgekrempelt. Das Kind entspringt nämlich einer Liaison mit einer Kollegin, was seine ahnungslose Ehefrau zutiefst verletzt und die ungeduldig zuhause wartenden Söhne enttäuscht zurücklässt. Locke wird von seinem Vorgesetzten fristlos entlassen, muss seinen unfähigen und angetrunkenen Assistenten aber dennoch telefonisch dirigieren, um den anstehenden Betonguss erfolgreich über die Bühne zu bringen. Und bei der Geburt ergeben sich unerwartete Komplikationen, denen Locke ebenfalls nur aus der Ferne beiwohnen kann.
Ein viel gefeiertes Independent-Drama, dessen Grundszenario durchaus originell ist. Doch die unendlich lange und unendlich geschwätzige Ein-Mann-Show im silbernen BMW, der im Zuge des Product Placements ausführlich in Szene gesetzt wurde, enttäuscht auf ganzer Linie. Der unsympathische Protagonist wird als stereotyper Mann der Entscheidungen dargestellt, der schweren Herzens seine Familie zugunsten seiner Geliebten vergrault, der natürlich unter einer schweren Kindheit und einem unfähigen Vater zu leiden hatte und der ganz nebenbei noch souverän eines der größten Bauprojekte Europas organisiert. Das Ganze hätte eigentlich nur Sinn gemacht, wenn der Held am Ende mit all seinen Vorhaben gescheitert wäre.
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TERMINATOR - GENISYS 3/10

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USA 2015 - Regie: Alan Taylor. Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Jason Clarke, Emilia Clarke, Jai Courtney, J. K. Simmons, Dayo Okeniyi, Matthew Smith, Courtney B. Vance, Michael Gladis, Sandrine Holt, Byung-Hun Lee

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Kurz vor dem endgültigen Sieg des Widerstandes um John Connor (J. Clarke) und Kyle Reese (Courtney) über die Maschinen kann Skynet eine Zeitmaschine aktivieren und schickt einen Terminator (Schwarzenegger) zurück ins Jahr 1984, um Sarah Connor (E. Clarke) zu töten. Kyle wird hinterhergeschickt, doch trifft er in der Vergangenheit wider Erwarten auf eine äußerst schlagkräftige Sarah, die längst über Skynet und den ''Tag der Abrechnung'' Bescheid weiß, wird sie doch seit Kindertagen von einem Terminator namens ''Paps'' (Schwarzenegger) beschützt und auf die zukünftigen Ereignisse vorbereitet. Zusammen reist man weiter ins Jahr 2017, wo man auf einen neuartigen Terminator in der Gestalt John Connors trifft, der für die Firma Cyberdyne Systems die gängigen Terminator-Technologien entwickelt und gewährleisten soll, dass das hinter dem revolutionären Betriebssystem ''Genisys'' verborgene Skynet planmäßig die Herrschaft der Maschinen einleiten kann.
Ein wirrer Ableger des Terminator-Universums, der die gesamte Grundidee der Geschichte verdreht und mit seinen unlogischen und lächerlichen Elementen die düstere und deprimierende Atmosphäre des Themas vollkommen zerstört. Zurecht wurden die Pläne für weitere gruselige Fortsetzungen erst einmal auf Eis gelegt. Genug Zeit für Emilia Clarke, sich um ihre Drachen zu kümmern, das kann sie sowieso besser.
Olmo
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FÜR IMMER ADALINE 6/10

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USA 2015 - Regie: Lee Toland Krieger. Darsteller: Blake Lively, Michiel Huisman, Kathy Baker, Amanda Crew, Harrison Ford, Ellen Burstyn

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Nach einem schweren Autounfall hört Adalines (Lively) Herz kurzzeitig auf zu schlagen. Die merkwürdigen Umstände ihrer Wiederbelebung führen dazu, dass sie fortan um keinen Tag mehr altert. Mit den Jahren wird ihr ewig jugendliches Aussehen allerdings zur Belastung, denn die Behörden beginnen Verdacht zu schöpfen. Adaline lässt ihre Tochter zurück, wechselt fortan alle zehn Jahre ihren Wohnort und ihre Identität und verweigert sich schweren Herzens jeder dauerhaften Bindung. Erst als sie nach sechzig Jahren den sympathischen Ellis (Huisman) kennenlernt, beschließt sie, den Kreis zu durchbrechen und bei ihm zu bleiben. Doch ausgerechnet Ellis' Vater William (Ford) entpuppt sich als ehemaliger Verehrer Adalines, der beim Wiedersehen mit der verschollenen Geliebten fast den Verstand verliert.
Die Geschichte erinnert zunächst ein wenig an ''Der seltsame Fall des Benjamin Button'' (2008). Doch auch wenn die Protagonistin ihre ewige Jugend auskostet und nach allen Möglichkeiten nutzt, wird ihr Zustand dennoch nicht romantisch verklärt, sondern vor allem als belastendes und für alle traumatisierendes Schicksal beschrieben, das nur schwer zu einem guten Ende führen kann.
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TED 2 3/10

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USA 2015 - Regie: Seth MacFarlane. Darsteller: Mark Wahlberg, Seth MacFarlane, Amanda Seyfried, Giovanni Ribisi, Jessica Barth, John Slattery, Morgan Freeman, Sam J. Jones, Bill Smitrovich, Patrick Warburton, Ron Canada, Dennis Haysbert, John Carroll Lynch

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Um ihre marode Ehe zu retten wünschen sich Knuddelbär Ted (MacFarlane) und Ehefrau Tami-Lynn (Barth) ein Baby. Doch die geplante Adoption scheitert, weil Ted von den Behörden nicht als menschliches Wesen anerkannt wird. Teds Ehe wird daraufhin annuliert, er verliert seinen Job und darf auch seine Bankkonten nicht weiter führen. Mit Hilfe seines Freundes John (Wahlberg) und der jungen Anwältin Samantha (Seyfried) wird ein viel beachteter Prozess um Teds Grundrechte angestrengt.
Die müde und brave Fortsetzung von ''Ted'' (2012) hat kaum noch richtig lustige Momente zu bieten und lässt komplett den obszönen Charme des Originals vermissen. Stattdessen wird eine seichte und rührselige Story um Menschlichkeit und Freundschaft serviert, die eines Seth MacFarlane unwürdig ist. Zu den wenigen Lichtblicken des Films zählen die bitterböse Szene im Impro-Theater und der äußerst merkwürdige Cameo-Auftritt von Liam Neeson.
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