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PHANTOM 4/10
Verfasst: 18.11.2014, 22:28
von Olmo
USA 2013 - Regie: Todd Robinson. Darsteller: Ed Harris, David Duchovny, William Fichtner, Lance Henriksen, Jonathon Schaech, Jason Beghe, Derek Magyar, Sean Patrick Flanery
Der altgediente Kapitän Demi Zubov (Harris) wird kurz vor seinem Ruhestand auf eine letzte Mission entsandt, um mit einem Atom-U-Boot ein Flottenmanöver der Amerikaner im Pazifik zu beobachten. An Bord befinden sich auch der KGB-Agent Bruni (Duchovny) und eine neuartige Tarnvorrichtung namens ''Phantom'', welche die akustische Signatur des eigenen Schiffes verfälschen und so die Anwesenheit eines Schiffes anderer Bauart oder Nationalität imitieren kann. Zubov muss erkennen, dass Bruni ''Phantom'' eigenmächtig dazu nutzen will, einen atomaren Angriff der Chinesen auf die Amerikaner vorzutäuschen und den Feind so ohne Kriegsbeteiligung der Sowjets zu beseitigen.
Der lediglich auf Gerüchten um ein vor Pearl Harbor gesunkenes sowjetisches U-Boot basierende Thriller erweist sich trotz hochkarätiger Besetzung als schwach in allen Belangen. Die inhaltliche Brisanz des Themas und die beklemmende Atmospäre in der Enge des U-Boots erzeugen leider keinerlei Spannung. Und so überspringt die Handlung schließlich sämtliche dramatischen Momente, um in einem dürftigen Finale einfach zu verpuffen.
ENDER'S GAME - DAS GROßE SPIEL 4/10
Verfasst: 22.11.2014, 18:04
von Olmo
USA 2013 - Regie: Gavin Hood. Darsteller: Harrison Ford, Asa Butterfield, Hailee Steinfeld, Viola Davis, Abigail Breslin, Ben Kingsley
Im verlustreichen Kampf gegen die insektoiden ''Formics'' greift das Militär zunehmend auf die unkonventionellen strategischen Fähigkeiten von videospielerprobten Jugendlichen wie Ender Wiggin (Butterfield) zurück. Unter der strengen Beobachtung von Colonel Hyrum Graff (Ford) werden Ender und zahlreiche andere Kadetten auf einer Militärschule in der Erdumlaufbahn in schwierigen Simulationen auf den Ernstfall vorbereitet. Als großes Vorbild für alle dient der Kampfpilot Mazer Rackham (Kingsley), der einen Angriff der Formics einst durch einen Kamikaze-Einsatz im Alleingang abwehren konnte. Ender beweist sich ein ums andere Mal als brillanter Anführer und ausgezeichneter Stratege, doch im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten versucht er auch, das Wesen und die Beweggründe der Außerirdischen zu verstehen.
Abgesehen von einigen recht ansehnlichen optischen Effekten eine gänzlich unbeeindruckende Science-Fiction-Romanverfilmung. Inhaltlich ist das Ganze eine Art Hybrid aus ''Starship Troopers'' (1997) und ''Enemy Mine'' (1985). Aber weder die Handlung bewegt dabei sonderlich, noch die uninteressanten Hauptfiguren, die von Leinwandgrößen wie Harrison Ford und Ben Kingsley enttäuschend oberflächlich und lustlos dargestellt werden.
DER ZERRISSENE VORHANG 7/10
Verfasst: 23.11.2014, 21:23
von Olmo
USA 1966 - Regie: Alfred Hitchcock. Darsteller: Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Tamara Toumanova, Wolfgang Kieling, Ludwig Donath, Günter Strack, David Opatoshu, Gisela Fischer
Der angesehene amerikanische Physikprofessor Michael Armstrong (Newman) entschließt sich zum Entsetzen seiner Assistentin und Verlobten Louise (Andrews), seine Forschungen an einem neuartigen Raketensystem in der DDR zu vollenden. Obwohl sie ihm für einen Vaterlandsverräter hält, folgt sie ihm nach Ost-Berlin. Tatsächlich versucht Armstrong, an die geheimen Forschungsergebnisse des an einem gleichartigen Projekt arbeitenden Leipziger Professors Lindt (Donath) zu gelangen und sich danach mit Unterstützung der Fluchthelferorganisation ''Pi'' wieder in den Westen abzusetzen. Durch sein verdächtiges Verhalten gerät er ins Visier der Staatssicherheit um deren Chef Gerhard (Felmy) und des Agenten Gromek (Kieling).
Der Spionagethriller des großen Meisters ist inhaltlich eher durchschnittlich und naiv geraten, und offensichtlich hat man sich nur sehr dürftig über die Lebensverhältnisse in Ostdeutschland informiert, weshalb die dortige Szenerie leider äußerst unglaubwürdig wirkt. Grandios ist allerdings die quälend lange Sequenz, in der Armstrong den Stasi-Agenten Gromek tötet. Hitchcock wollte zeigen, wie schwer es tatsächlich ist, einen Menschen umzubringen, zumal wenn dies möglichst lautlos vonstatten gehen sollte.
LIBERACE - ZU VIEL DES GUTEN IST WUNDERVOLL 7/10
Verfasst: 24.11.2014, 22:05
von Olmo
USA 2013 - Regie: Steven Soderbergh. Darsteller: Michael Douglas, Matt Damon, Dan Akroyd, Scott Bakula,Rob Lowe, Tom Papa, Paul Reiser, Debbie Reynolds
Mitte der Siebziger Jahre macht der aus armen Verhältnissen stammende Scott (Damon) Bekanntschaft mit dem gefeierten Pianisten Liberace (Douglas), einem der größten Stars der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Scott wird Liberaces Liebhaber und taucht in dessen Welt voll Glamour und Luxus ein. Der Star erwägt sogar Scotts Adoption und lässt dessen Gesichtszüge durch chirurgische Eingriffe den seinen angleichen. Doch schließlich erleidet Scott das Schicksal aller Liebhaber Liberaces, welcher seines ehemaligen Favoriten überdrüssig wird und ihn durch einen Jüngeren ersetzt.
Der Film, der als ''zu schwul für Hollywood'' herabgewürdigt wurde und es erst gar nicht bis zur Oscar-Verleihung schaffte, bietet ohne überzogene Klischees teils ernst, teils humorvoll Einblick in die kalifornische Glamourwelt. Mit Toupet und Fönwelle beweisen die Hauptdarsteller dabei beachtenswerten Mut zur kitschigen Maskerade, zur Hässlichkeit und zur Tuntigkeit.
VERBLENDUNG 5/10
Verfasst: 26.11.2014, 20:18
von Olmo
Norwegen, Schweden, USA 2011 - Regie: David Fincher. Darsteller: Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Steven Berkoff, Robin Wright, Yorick van Wageningen, Joely Richardson, Geraldine James, Goran Višnjić, Donald Sumpter, Ulf Friberg
Kurz nachdem er einen Prozess gegen den kriminellen Unternehmer Wennerström blamabel verloren hat, zieht sich der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Craig) vor den Anfeindungen der Presse auf die Familieninsel der Vangers zurück, wo ihn Henrik Vanger (Plummer) mit der Aufdeckung des Schicksals seiner geliebten Großnichte Harriet beauftragt, die in den Sechzigern unter mysteriösen Umständen verschwand. Im Gegenzug bietet er ihm brisante Details zu Wennerströms Machenschaften. Die junge Hackerin Lisbeth Salander (Mara), die sich ihrerseits den perversen Gelüsten ihres Vormunds erwehren muss, wird zunächst von Vanger auf Blomqvist zu dessen Überprüfung angesetzt, unterstützt diesen dann aber tatkräftig bei dessen Ermittlungen.
Die Neuverfilmung von Stieg Larssons Roman hält sich erstaunlich genau an die Vorlage und gleicht in vielem der Version von 2009 aufs Haar, ist aber insgesamt wesentlich prüder und harmloser geraten. Während Rooney Mara es bei der Darstellung Lisbeths Salanders mit der großartigen Noomi Rapace aufnehmen kann, ist Daniel Craigs Part offensichtlich viel zu sehr an seine James-Bond-Rolle angelehnt, was bereits durch den Vorspann deutlich wird. So ist auch das Kräfteverhältnis der beiden Figuren im Gegensatz zum ersten Film unangenehm vertauscht. Der Soundtrack ist aber wirklich gut gelungen, übertönt zuweilen allerdings die Handlung ein wenig zu stark.
INSIDE LLEWYN DAVIS 8/10
Verfasst: 27.11.2014, 00:32
von Olmo
USA 2013 - Regie: Ethan Coen, Joel Coen. Darsteller: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, F. Murray Abraham, Justin Timerlake
Der New Yorker Gitarrist Llewyn Davis (Isaac) fristet ein erbärmliches Dasein. Nach dem Selbstmord seines Bühnenpartners tritt er nur noch ab und zu in schäbigen Clubs auf, wovon er seinen Lebensunterhalt aber kaum bestreiten kann und daher Nacht für Nacht auf der Couch von Freunden und Bekannten übernachten muss. Auf Schritt und Tritt wird er vom Pech verfolgt, macht sich absichtlich und unbeabsichtigt überall Feinde, während er nach wie vor vom großen Durchbruch als Musiker träumt. Er ist hochtalentiert und singt wunderschöne Lieder, die für Publikum und Produzenten aber viel zu deprimierend für die Vermarktung sind. Während Llewyn beständig scheitert werden andere Musiker in seinem Umfeld zu Legenden der immer populärer werdenden Folkmusik.
Ein weiteres Meisterwerk der Coen-Brüder, mit wunderschönen Bildern in Szene gesetzt und von einem grandiosen Soundtrack begleitet. Angelehnt an die Autobiographie des Gitarristen Dave Van Ronk wird vom manchmal bedauernswert tragischen, manchmal skurrilen Scheitern einer Musikerkarriere erzählt. Das Happy End bleibt dabei aus, den Durchbruch machen stattdessen Künstler wie der kurz im Film auftauchende Bob Dylan oder das Folktrio Peter, Paul & Mary. Unter den hochkarätigen Nebendarstellern verblüfft vor allem Justin Timberlake als unglaublich spießiges und biederes Bürschchen in Karo-Hemd und mausgrauem Pullover.
RUNNING TIME 6/10
Verfasst: 27.11.2014, 02:52
von Olmo
USA 1997 - Regie: Josh Becker. Darsteller: Bruce Campbell, Jeremy Roberts, Anita Barone, Stan Davis, Gordon Jennison, Art LaFleur, Dana Craig, Curtis Taylor, Bridget Hoffman, Jules DesJarlais, David Kirkwood
Gerade aus der Haft entlassen will Carl (Campbell) entgegen aller Versprechen noch am selben Tag wieder ein Ding drehen und bei einem Einbruch eine große Summe Schwarzgeld des Gefängnisdirektors stehlen, welches dieser regelmäßig zur Seite schafft. Weil sich seine Kumpane dabei äußerst dämlich anstellen, geht der Coup größtenteils schief. Es ist auch bei weitem nicht so viel Geld im Safe wie erwartet und mehrere Leute kommen ums Leben. Carl ergreift verletzt die Flucht und findet Unterschlupf bei seiner Jugendliebe Janie (Barone), mit der er sich ein neues Leben aufbauen möchte.
Unterhaltsames B-Movie mit dem immer wieder gern gesehenen Ex-Dämonenjäger Bruce Campbell. Der Film erweist sich als hochambitioniert, beispielsweise durch das auf Alfred Hitchcock zurückgehende Stilmittel der vermeintlich fehlenden Schnitte, optisch und musikalisch ist er allerdings eher in schäbigem 80er-Jahre-Design gehalten.
ZIEMLICH BESTE FREUNDE 8/10
Verfasst: 01.12.2014, 02:59
von Olmo
Frankreich 2011 - Regie: Olivier Nakache, Éric Toledano. Darsteller: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny, Audrey Fleurot
Um vom Arbeitsamt finanzielle Unterstützung zu erhalten, muss der frisch aus der Haft entlassene Driss (Sy) sich der Form halber als Pflegehelfer im Haushalt des wohlhabenden Philippe (Cluzet) bewerben, welcher seit einem Paragliding-Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist. Philippe ist von Driss' mitleidslosem Auftreten beeindruckt und überlässt ihm die Stelle. Aus Driss' unkomplizierter Art und Philippes finanziellen Möglichkeiten erwächst ein äußerst ereignisreicher Pflegealltag, in dessen Verlauf sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft entwickelt. Der zuvor unzuverlässige Driss lernt, Verantwortung zu übernehmen, der biedere und vergeistigte Philippe beginnt wieder, am Leben teilzunehmen und hat am Ende sogar den Mut, sich mit seiner Brieffreundin Éléonore zu treffen.
Der zurecht preisgekrönte Film beruht auf wahren Ereignissen um die Freundschaft des querschnittsgelähmten Industriellen Philippe Pozzo di Borgo und seines Pflegers Abdel Yasmin Sellou. Anders als bei den üblichen ''Handicap-Stories'' wird hier nicht von tragischem Schicksal erzählt, mit dem man aber trotzdem ganz toll leben kann, um das Gewissen Nichtbehinderter zu beruhigen. Die Behinderung ist für Philippe einfach nur scheiße, und nur der ausgeprägte Pragmatismus beider Hauptfiguren führt zu einer erträglichen Bewältigung des Alltags.
WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN 7/10
Verfasst: 06.12.2014, 22:40
von Olmo
Großbritannien, USA 2011 - Regie: Lynne Ramsay. Darsteller: Tilda Swinton, John C. Reilly, Ezra Miller, Siobhan Fallon Hogan, Alex Manette, Jasper Newell, Ashley Gerasimovich
Seit dem Amoklauf in der Schule, bei dem ihr Sohn Kevin (Miller) mehrere Menschen tötete, muss Eva (Swinton) in einem hasserfüllten Umfeld ihren Alltag bewältigen, während sie beständig Rückschau auf das gestörte Verhältnis zu ihrem Sohn hält. Vom Tag seiner Geburt an kann sie keine Beziehung zu Kevin aufbauen, der einen tiefen und unerklärlichen Groll auf seine Mutter hegt. Seine üblen Taten verschlimmern sich, je älter er wird, doch stets nimmt ihn sein Vater (Reilly) in Schutz, welcher im Gegensatz zur Mutter einen völlig normalen Umgang zum Sohn pflegt und kein Verständnis für Evas Mutterproblem zeigt.
Hervorragend erzähltes Drama mit großartigen Darstellern, das weniger den Amoklauf selbst als dessen mögliche Ursachen thematisiert. Doch wie auch die Protagonistin selbst, die sich das Hirn zermartert und vergeblich die Gründe der Gewalttat in Kevins Biographie sucht, findet auch der Film keine Antwort auf ein solches Verbrechen, das sich nun einmal nicht erklären lässt.
THE TREE OF LIFE 7/10
Verfasst: 10.12.2014, 02:46
von Olmo
USA 2011 - Regie: Terrence Malick. Darsteller: Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain, Fiona Shaw, Irene Bedard, Jessica Fuselier, Hunter McCracken, Laramie Eppler, Tye Sheridan
Nach dem Tod des 19jährigen R. L. verfällt die texanische Familie O'Brien in tiefe Trauer, die dessen Bruder Jack (Penn) auch noch Jahre später belastet und Erinnerungen an seine Kindheit in ihm wachruft. Die Brüder wachsen bei ihrer tiefgläubigen Mutter (Chastain) und ihrem äußerst strengen Vater (Pitt) auf, der seiner gescheiterten Musikerkarriere nachtrauert und seinen Söhnen die Vorzüge der Ellenbogengesellschaft preist. Mit zunehmendem Alter entwickelt Jack Verachtung für die Bigotterie des Vaters und widersetzt sich diesem mit allerhand verbotener Eskapaden. Doch sein Fehlverhalten lässt Jack, der eigentlich ein guter Mensch werden will, seinem Vater immer ähnlicher werden.
Ein ungewöhnlich inszeniertes und zeitweise etwas anstrengendes Werk des ''Kinopoeten'' Terrence Malick, das einem jedoch mit einer unbeschreiblichen Bildgewalt und Klanguntermalung den Atem raubt. Nicht nur das Erleben der Welt aus der Sicht eines Kindes wird dabei in wunderschönen Bildern erzählt, sondern gleich auch noch die Entstehung des Universums und die Evolution des Lebens. Und in überraschend nicht-religiöser Weise wird die religiöse Frage behandelt ob man als gottgefälliger Mensch im Leben den ''Weg der Natur'' oder den ''Weg der Gnade'' wählt.
KOCHEN IST CHEFSACHE 5/10
Verfasst: 10.12.2014, 23:30
von Olmo
Frankreich 2012 - Regie: Daniel Cohen. Darsteller: Jean Reno, Michaël Youn, Raphaëlle Agogué, Julien Boisselier, Salomé Stévenin, Pierre Vernier, Santiago Segura, Geneviève Casile, Serge Larivière, Issa Doumbia, Bun-Hay Mean
Jacky (Youn) ist ein begnadeter Kochkünstler, der mit seinem kulinarischen Perfektionismus bei seinen üblichen Anstellungen in Kneipen und Imbissbuden jedoch völlig fehl am Platze ist. Schließlich kommt er aber doch im Edelrestaurant des berühmten Pariser Sternekoches Alexandre Lagarde (Reno) unter. Lagarde droht der Verlust eines seiner drei Sterne, weil seine Speisen nach Meinung des Restaurantleiters Stanislas (Boisselier) und der meisten Kritiker längst nicht mehr zeitgemäß sind. Zusammen mit Jacky soll er nun die Feinheiten der Molekularküche ergründen.
Kurzweilige Komödie mit einem erwartungsgemäß souveränen Jean Reno, aber leider auch einem äußerst nervigen und zappeligen Michaël Youn. Die Veralberung der ''modernen'' Molekularküche ist sympathisch umgesetzt, die Späße sind dabei manchmal aber etwas zu debil und peinlich.
FLIEGENDE LIEBENDE 7/10
Verfasst: 11.12.2014, 02:08
von Olmo
Spanien 2013 - Regie: Pedro Almodóvar. Darsteller: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Cote Soler, Antonio de la Torre, Hugo Silva, Miguel Ángel Silvestre, Laya Marti, Javier Cámara, Carlos Areces, Raúl Arévalo, Pepa Charro, Nasser Saleh, Concha Galán, José María Yazpik, Guillermo Toledo, José Luis Torrijo, Lola Dueñas, Cecilia Roth, Paz Vega, Blanca Suárez, Susi Sánchez, Carmen Machi, Violeta Pérez, Bárbara Santa Cruz, María Morales
Wegen eines defekten Fahrwerks droht ein Flug von Spanien nach Mexiko in einer Bruchlandung zu enden. Das Flugpersonal hat deshalb vorsorglich den Großteil der Passagiere mit Medikamenten in Schlaf versetzt, nur die Reisenden der Business Class sind wach geblieben und werden über das Ausmaß der Krise informiert. Angesichts der bevorstehenden möglichen Katastrophe enthüllen die Protagonisten all ihre dunklen Geheimnisse und privaten und erotischen Verwicklungen.
Der Film ist eine unterhaltsame Mischung aus Hitchcock-Thriller, Woody-Allen-Drama und einem tuntigen Irgendwas. Die Idee zum Film ist nach Aussage des Regisseurs auf dessen chronische Flugangst zurückzuführen, welche bei dem gezeigten Konsum von Alkohol und Drogen durch das Flugpersonal auch durchaus berechtigt wäre.
THE PLACE BEYOND THE PINES 8/10
Verfasst: 12.12.2014, 03:33
von Olmo
USA 2012 - Regie: Derek Cianfrance. Darsteller: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Dane DeHaan, Emory Cohen, Rose Byrne, Mahershala Ali, Bruce Greenwood, Harris Yulin, Ben Mendelsohn, Ray Liotta
Als Luke Glanton (Gosling) erfährt, dass seine Exfreundin Romina (Mendes) einen Sohn von ihm hat, wirft er seinen Job als Motorrad-Stuntfahrer beim Jahrmarkt hin, um bei der Familie bleiben zu können. Obwohl Romina längst verheiratet ist, will Luke ihr beweisen, dass er selbst für das Kind sorgen kann und überfällt ohne ihr Wissen mehrere Banken. Der letzte Überfall scheitert und Luke wird von dem jungen Polizisten Avery Cross (Cooper) unnötigerweise erschossen. Avery wird daraufhin von Gewissensbissen geplagt, lässt sich aber dennoch als Held feiern und gerät schließlich im Zusammenhang mit dem von Luke erbeuteten Geld an ein Netzwerk korrupter Polizisten innerhalb des Dezernates. Im Gegenzug zu einer Ernennung zum stellvertretenden Bezirksstaatsanwalt lässt er seine Kollegen auffliegen und wird abermals gefeiert. Fünfzehn Jahre später freunden sich Jason (DeHaan) und AJ (Cohen), Lukes und Averys Söhne, ohne Wissen über die vergangenen Ereignisse an und werden in einige Drogendelikte verwickelt. Schließlich findet Jason aber die Wahrheit über den Tod seines Vaters heraus und will ihn rächen.
Ein grandioses und vielschichtiges Drama, das mit seinen aufeinanderfolgenden unerwarteten Handlungssträngen ein wahres Epos erzählt. Mit hervorragenden Darstellern besetzt wird über die unausweichliche Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart berichtet und wie die guten und schlechten Eigenschaften der Väter das Leben der Söhne prägen und sich in ihnen widerspiegeln.
MANDELA - DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT 5/10
Verfasst: 16.12.2014, 03:11
von Olmo
Großbritannien, Südafrika 2013 - Regie: Justin Chadwick. Darsteller: Idris Elba, Naomie Harris, Tony Kgoroge, Riaad Moosa, Jamie Bartlett, Lindiwe Matshikiza, Terry Pheto, Deon Lotz
Während seiner Tätigkeit als Anwalt sieht sich Nelson Mandela (Elba) permanent mit den Abscheulichkeiten der Rassenunterdrückung in Südafrika konfrontiert und muss sich trotz seiner hohen Anstellung von den Weißen als ''Boy'' herabwürdigen lassen. Er tritt dem ANC bei und wird zum Vorkämpfer für die Rechte der Schwarzen. Als die blutigen Übergriffe der Armee auf die Zivilbevölkerung sich häufen, schlägt der bisher friedliche Widerstand des ANC ebenfalls in Gewalt und Terror um. 1962 werden Mandela und die Führer des ANC gefasst und zu lebenslanger Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island verurteilt. Während seiner Haftzeit führt seine Frau Winnie (Harris) den Kampf gegen die Unterdrückung fort, doch die sich radikalisierende Bewegung richtet sich bald auch gegen sogenannte ''Kollaborateure'' innerhalb der schwarzen Bevölkerung und fordert grausame Opfer. Indes wächst der internationale Druck auf Südafrika, Reformen einzuleiten und den Dialog mit Mandela zu suchen.
Die Adaption von Nelson Mandelas Autobiographie ''Long Walk To Freedom'' erweist sich als große Enttäuschung. Die gesamte Handlung wirkt konstruiert und blutleer und zielt offensichtlich auf eine subjektive und oberflächliche Heldenverklärung ab. Auch Idris Elba überzeugt nicht in der Darstellung Mandelas, einzig dessen tänzelnden Schritt ahmt er einigermaßen gut nach. Eine Filmbiographie also, die dem großen Freiheitskämpfer in keiner Weise gerecht wird.
PLANET DER AFFEN - REVOLUTION 6/10
Verfasst: 20.12.2014, 01:52
von Olmo
USA 2014 - Regie: Matt Reeves. Darsteller: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell, Toby Kebbell, Kodi Smit-McPhee, Kirk Acevedo, Judy Greer
Während die menschliche Zivilisation durch die tödliche Affengrippe nahezu ausgelöscht wurde, haben die Menschenaffen in den Bergen vor San Francisco eine blühende steinzeitliche Kultur errichtet mit einer komplexen Sozialstruktur und ausgefeilten Jagdmethoden. Einige überlebende Menschen haben in der Stadt eine kleine Kolonie gegründet und möchten den im Affenterritorium gelegenen Staudamm zur Stromgewinnung nutzen. Im Gegenzug bieten sie unter anderem medizinische Hilfe an. Zunächst scheint ein friedliches Nebeneinander beider Rassen möglich, doch Kriegstreiber auf beiden Seiten zerstören das Idyll und bringen Tod und Vernichtung über Affen und Menschen.
Kein Vergleich zum enttäuschenden Vorgängerfilm ''Planet der Affen: Prevolution'': die Fortsetzung ist in allen Belangen intelligenter, spektakulärer und ausgereifter. Dabei macht es gar nichts, dass die menschlichen Darsteller allesamt blass und langweilig sind, denn die Affendarsteller um Andy Serkis agieren grandios und beherrschen die Handlung. Ähnlich trostlos wie bei ''The Walking Dead'' wird die Zukunft der Menschheit in den düstersten Farben ausgemalt, Platz für Hoffnung bleibt da nicht. Und eines hat der Film der ursprünglichen ''Planet der Affen''-Reihe sogar voraus: die Moral der Affen erweist sich hier als genau so verkommen wie die der Menschen.