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Olmo
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DIE BESTIMMUNG - INSURGENT 4/10

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USA 2015 - Regie: Robert Schwentke. Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, Octavia Spencer, Jai Courtney, Ray Stevenson, Zoë Kravitz, Miles Teller, Ansel Elgort, Maggie Q, Mekhi Phifer, Janet McTeer, Daniel Dae Kim, Naomi Watts, Kate Winslet

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Die ''unbestimmten'' Rebellen um Tris (Woodley) und Four (James) sind auf ihrer Flucht vor dem Fraktionsregime bei den friedfertigen Amite untergetaucht. Die diktatorisch herrschende Jeanine (Winslet) macht weiter Jagd auf die Unbestimmten, denn inzwischen benötigt sie deren einzigartige Fähigkeiten, um einen Behälter zu öffnen, den einst die Gründer des Fraktionssystems hinterlassen haben. Jeanines skrupellose Methoden zwingen Tris, sich freiwillig in deren Labor als Testobjekt einzufinden.
Weitgehend langweilige Fortsetzung des ebenso schwachen ersten Teils. Die Spezialeffekte sind zwar gut gelungen, aber nach wie vor wirken die Darsteller in ihren Rollen vollkommen unglaubwürdig und fehlbesetzt. Einzig Kate Winslet beeindruckt als erbarmunglose und hassenswerte Bürokratin.
Olmo
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JURASSIC WORLD 8/10

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China, USA 2015 - Regie: Colin Trevorrow. Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D'Onofrio, Ty Simpkins, Nick Robinson, Jake Johnson, Omar Sy, BD Wong, Judy Greer, Irrfan Khan

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20 Jahre nach dem Scheitern des ''Jurassic Park'' auf der Isla Nublar ist John Hammonds Traum von Dinosauriern als Freizeitattraktion doch noch in Erfüllung gegangen. Tausende Besucher tummeln sich täglich in der von Claire Dearing (Howard) geleiteten ''Jurassic World'', um die rekonstruierten Giganten zu bestaunen. Immer neue Attraktionen müssen dem anspruchsvollen Publikum präsentiert werden, bis hin zu einem künstlich konstruierten Saurierhybriden namens Indominus Rex, einem lustvoll mordenden Monstrum, das sich sogar tarnen kann. Der unerschrockene Owen Grady (Pratt) hat sogar ein Rudel Velociraptoren aufgezogen, das seinen Anweisungen Folge leistet. Das heile Miteinander von Mensch und Echse währt erwartungsgemäß nicht lange, denn der Indominus kann aus seinem Gehege ausbrechen und frisst sich quer durch den Freizeitpark, wo auch gerade Claires Neffen Zach (Robinson) und Gray (Simpkins) unterwegs sind.
''Jurassic World'' belebt die ausgestorben geglaubte Saurier-Saga aufs Neue. Dabei gilt das Augenmerk erstaunlicherweise weniger der spektakulären Phantasie der Wiedererschaffung der Urzeitechsen als der ernsthaften Kritik an dem damit verbundenen gierigen Kommerz, der rücksichtslos herumpfuschenden Wissenschaft und dem bei Errungenschaften jeder Art allseits in den Startlöchern stehenden Militär. Und so utopisch ist die Geschichte noch nicht einmal, versuchen russische Wissenschaftler derzeit doch tatsächlich, aus der DNA eines in Sibirien ausgegrabenen Mammuts ein lebendes Tier zu klonen. Trotz aller Kritik liefert ''Jurassic World'' aber dann doch jede Menge spektakuläre Unterhaltung mit zahlreichen Hommagen an Spielbergs Original, ehe das Ganze in einem apokalyptischen Finale gipfelt, das wieder einmal beweist, dass in der Natur stets irgendwo ein noch größeres Maul mit noch mehr Zähnen lauert.
Olmo
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THE RAILWAY MAN 4/10

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Australien, Großbritannien 2013 - Regie: Jonathan Teplitzky. Darsteller: Colin Firth, Nicole Kidman, Jeremy Irvine, Stellan Skarsgård, Sam Reid, Tanro Ishida, Hiroyuki Sanada

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Eric Lomax (Firth) liebt die Eisenbahn. So ist es auch kein Wunder, dass er seine spätere Ehefrau Patti (Kidman) auf einer Zugfahrt kennenkernt. Erics nie verarbeitetes Trauma der Gräuel im Pazifikkrieg belastet die Ehe schwer. Damals war Eric in japanische Kriegsgefangenschaft geraten, wurde zur Zwangsarbeit beim Bau der Thailand-Burma-Bahn herangezogen und von den Folterknechten um Takashi Nagase (Sanada) schwer misshandelt. Erst nach dem Selbstmord seines Kriegskameraden Finlay (Skarsgård) ist Eric bereit, die Vergangenheit aufzuarbeiten und reist an den Ort der Folterungen, wo er den inzwischen als Museumsführer arbeitenden Nagase mit seinen Verbrechen konfrontieren will.
Der irreführende deutsche Titel ''Die Liebe seines Lebens'' lässt zwar auf eine romantische Schnulze schließen, tatsächlich erzählt der Film aber ein handfestes Kriegsdrama nach wahren Begebenheiten. Die Aufarbeitung der Thematik erfolgt allerdings äußerst undifferenziert und teilt klar in Schwarz und Weiß ein. Die Filmmusik ist schön, aber die Oscarpreisträger Firth und Kidman wirken in der Geschichte vollkommen deplatziert und unglaubwürdig.
Olmo
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NON-STOP 3/10

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Frankreich, Großbritannien, USA 2014 - Regie: Jaume Collet-Serra. Darsteller: Liam Neeson, Julianne Moore, Scoot Mc Nairy, Michelle Dockery, Nate Parker, Corey Stoll, Lupita Nyong'o, Omar Metwally, Jason Butler, Harner, Linus Roache, Shea Whigham, Anson Mount

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Auf einem Flug nach London erhält der Air-Marshal Bill Marks (Neeson) über ein eigentlich sicheres Netzwerk die Nachricht, dass alle 20 Minuten ein Passagier sterben müsse, falls nicht 150 Millionen Dollar auf ein bestimmtes Konto überwiesen würden. Der Erpresser muss einer der Passagiere sein, doch natürlich drängt die Zeit, diesen ausfindig zu machen. Schließlich gerät Bill durch sein harsches Auftreten an Bord und sein Alkoholproblem selbst ins Visier der zweifelnden Passagiere und der Medien, zumal er selbst für die Todesfälle an Bord verantwortlich zu sein scheint und das Lösegeld auf sein eigenes Konto überwiesen wird.
Liam Neeson meistert seine Rolle als Action-Held gewohnt souverän. Die Geschichte selbst ist aber kompletter Marks-Murks, vollkommen konstruiert, reizlos und wirr im Verlauf und hanebüchen in der Auflösung. Und der Auftritt Julianne Moores als langweilige Passagierin ist sogar gänzlich überflüssig.
Olmo
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MONSTERS: DARK CONTINENT 2/10

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Großbritannien 2014 - Regie: Tom Green. Darsteller: Johnny Harris, Sam Keeley, Joe Dempsie, Kyle Soller, Nicholas Pinnock, Parker Sawyers

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Eine Gruppe junger Soldaten, die größtenteils aus den Armenvierteln Chicagos stammen, wird im Nahen Osten auf eine Rettungsmission geschickt. Einige US-Soldaten sind dort in die Gewalt von ''Aufständischen'' geraten, von denen merkwürdigerweise eine größere Gefahr für die Truppe ausgeht als von den teilweise gigantischen außerirdischen Monstern, die sich in der Gegend wie auch auf der ganzen Welt massenhaft ausgebreitet haben.
Die vermeintliche Fortsetzung des passablen Originals von 2010 entpuppt sich als eines dieser gottverdammten Army-Werbefilmchen, die das Pentagon oder andere militärische Einrichtungen bereitwillig finanzieren, um das Bild vom Soldatentum in der Öffentlichkeit nach ihren Vorstellungen zu formen. Mit markigen Sprüchen wird das Hohelied gesungen auf Kameradschaft und den Kampf gegen das Böse, das hier nicht durch die außerirdischen Invasoren vertreten ist, sondern selbstverständlich durch hinterhältige arabische Extremisten, die es auszurotten gilt. Die pseudokritischen Untertöne am Schluss, wenn die Protagonisten mit den üblen Schattenseiten des Krieges konfrontiert werden, wirken da auch eher stereotyp und unglaubwürdig. Zwei magere Pünktchen für diesen Schrott, und das auch nur wegen der beeindruckenden Animationen der lovecraftschen Abscheulichkeiten.
Olmo
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MICHAEL 8/10

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Österreich 2011 - Regie: Markus Schleinzer. Darsteller: Michael Fuith, David Rauchenberger

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Der biedere Michael (Fuith) arbeitet gewissenhaft als Versicherungsangestellter, macht erfolgreich Karriere, ist beliebt bei den Kollegen und pflegt sorgsam seine sozialen Kontakte. Wenn er nach Hause kommt, wartet dort der kleine Wolfgang (Rauchenberger) auf ihn - nicht etwa sein Sohn, sondern ein entführtes Kind, das er im Keller gefangen hält. Michael ''nutzt'' das Kind zur sexuellen Befriedigung und zur Imitation eines familiären Alltags. Wolfgang verbringt die meiste Zeit ohne Licht in einem dunklen, als Kinderzimmer eingerichteten Verlies - nur zum Essen, zur Weihnachtsfeier oder für einen Ausflug wird ''es'' herausgelassen. Abhängig von seinem Peiniger ergibt sich der Junge weitgehend in sein Schicksal, zeigt dabei aber auch große Stärke und weiß um die Schwächen des liebesbedürftigen Michael.
''Michael'' ist kein Hollywood-Märchen, in dem das Opfer kämpft und am Ende heldenhaft in die Freiheit entflieht. Hier erkennt das entführte Kind die Ausweglosigkeit seiner Situation und richtet sich in seinem ''Alltag'' ein, nur so lassen sich Fälle wie den des Josef Fritzl erklären, der seine Tochter 24 Jahre lang in einer unterirdischen Wohnung gefangen hielt. Der Täter wiederum wird als entsetzlich rücksichtsloser und eiskalter Bürokrat beschrieben, welcher bei der Erkrankung des ''Objekts'' schon mal vorsorglich im Wald ein Grab aushebt. Das Vorhaben andererseits, dem vereinsamten Jungen ein weiteres Kind als Spielkamerad zu entführen, erscheint im Rahmen von Michaels und Wolfgangs abnormer Lebensnormalität erschreckend logisch und liebevoll.
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SNOWPIERCER 7/10

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Frankreich, Südkorea, USA 2013 - Regie: Bong Joon-ho. Darsteller: Chris Evans, Song Kang-ho, Tilda Swinton, Jamie Bell, Octavia Spencer, Ewen Bremner, Ko Asung, Alison Pill, Vlad Ivanov, Luke Pasqualino, John Hurt, Ed Harris

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Das Versprühen von Kältemitteln in der Erdatmospäre sollte eigentlich nur die globale Erwärmung stoppen, doch das Experiment war ein Fehlschlag und die Erde wurde in eine unbewohnbare und leblose Eiswüste verwandelt. Die Überreste der Menschheit fristen ihr Dasein in einem unaufhaltsam durch die Schneehölle ratternden Zug, einer Art Arche, die neben den letzten Menschen auch Tiere und Pflanzen beherbergt. Der Zug ist klar in zwei Klassen aufgeteilt: während am Zugende die unterdrückten Massen erbärmlich im eigenen Dreck hausen, genießen die Menschen im vorderen Teil den dekadentesten Luxus - geschützt von stark bewaffnetem Wachpersonal. Die stählerne Welt wird angetrieben von der ''Heiligen Maschine'' und gelenkt von dem gottgleich verehrten Wilford (Harris), dem Erfinder des Zuges. Das unerträgliche Ausmaß der Unterdrückung treibt das geschundene Proletariat zu einem letzten Aufstand. Angeführt von dem Rebellen Curtis (Evans) und dem Sicherheitsexperten Namgoong (Song) kämpfen sich die Rebellen Waggon für Waggon durch den Zug, um die Kontrolle über die ''Maschine'' zu übernehmen.
Die auf den ersten Blick absurde Geschichte zeichnet ein unerwartet düsteres Zukunftsszenario. Emotionslos werden die unermesslichen Grausamkeiten an Bord in bester Nazi-Manier von den Entscheidungsträgern mit der ''Ordnung der Dinge'' gerechtfertigt. Besonders Tilda Swinton und Ed Harris glänzen in der Darstellung der rücksichtslosen ''Bewahrer'' der Ordnung. Und optisch fasziniert die phantasievolle Gestaltung des ''Snowpiercer'' sowieso.
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AVENGERS: AGE OF ULTRON 3/10

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USA 2015 - Regie: Joss Whedon. Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Don Cheadle, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Paul Bettany, Cobie Smulders, Anthony Mackie, Hayley Atwell, Idris Elba, Linda Cardellini, Stellan Skarsgård, Claudia Kim, Thomas Kretschmann, James Spader, Samuel L. Jackson

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Die Avengers kämpfen sich ins Innere einer Festung in Osteuropa vor, um Lokis entwendetes Zepter zu bergen und machen dabei unangenehme Bekanntschaft mit den Zwillingen Pietro (Taylor-Johnson) und Wanda Maximoff (Olsen). Letztere schickt Tony Stark alias Iron Man (Downey Jr.) eine erschreckende Vision, die ihm die Zerstörung der Erde durch Außerirdische und den Tod seiner Gefährten prophezeit. Heimlich plant er daher, die im Zepter verborgene künstliche Intelligenz in sein Computersystem namens ''Ultron'' zu integrieren und damit ein Schutzschild um die Erde zu errichten. Doch Starks Technologie wendet sich gegen die Avengers und der neu erschaffene Ultron hat bald darauf nichts Geringeres im Sinn als die Auslöschung der Menschheit. Beim Kampf gegen Ultron treffen die Avengers auf unerwartete alte und neue Verbündete.
Eine dämliche Geschichte um eine langweilige Heldentruppe und einen fast sympathischen Roboter-Bösewicht mit Allmachtsphantasien und ein wenig wirren Zerstörungsplänen. Weil die Handlung nicht mehr hergab, musste man die Zeit offenbar mit schier endlosen Actionsequenzen auffüllen und verheddert sich dazwischen maßlos in der reizlosen Charakterisierung der blassen Einzelfiguren.
Olmo
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ATTILA, DIE GEIßEL GOTTES 1/10

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Frankreich, Italien 1954 - Regie: Pietro Francisci. Darsteller: Anthony Quinn, Sophia Loren, Henri Vidal, Irene Papas, Colette Régis, Ettore Manni, Christian Marquand, Claude Laydu, Eduardo Ciannelli

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Nachdem die Hunnen um deren Könige Attila (Quinn) und Bleda (Manni) mordend und vernichtend über Europa hergefallen sind, marschieren sie nun auf Italien zu und bedrohen Ravenna, das Machtzentrum des Römischen Reiches. Der schwache und dekadente Kaiser Valentinian (Laydu) und seine mächtige Mutter Galla Placidia (Régis) entsenden den angesehenen Feldherrn Aëtius (Vidal), um mit den Hunnen einen Friedensvertrag auszuhandeln. Bleda ist von dem Friedensangebot angetan, doch Attila hält die Entscheidungen seines Bruders für schwach und lässt ihn ermorden.
Das absolut sinnlose Sandalenspektakel entsetzt den Zuschauer durch ein unglaublich blamables Auftreten der Darsteller und unfassbar stümperhafte Schlachtszenen. Anthony Quinns Schlitzaugen-Maskerade ist geradezu lächerlich und Sophia Lorens Auftritt im Film ist sogar gänzlich überflüssig. Die Erzählerstimme klingt wie aus der Nazi-Wochenschau und zu allem Überfluss endet der Hunnensturm dann auch noch abrupt und ohne weitere Erklärung in einem monströsen Schmalztopf aus Hallelujah-Gesang und schmieriger Frömmigkeit.
Olmo
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5 ZIMMER KÜCHE SARG 9/10

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Neuseeland 2014 - Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi. Darsteller: Taika Waititi, Jemaine Clement, Jonathan Brugh, Ben Fransham, Cori Gonzalez-Macuer, Stuart Rutherford, Jackie van Beek, Chelsie Preston Crayford, Ethel Robinson

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Auch Vampire haben einen Alltag zu bewältigen - das beweisen die WG-Kumpel Viago (Waititi), Vladislav (Clement), Deacon (Brugh) und Petyr (Fransham) im Rahmen einer Filmdokumentation. Der affektierte und pedantische Viago nimmt Ordnung sehr ernst und drängt seine Mitbewohner beständig zum Geschirrspülen und zur Mülltrennung. Der poetisch veranlagte Vladislav tut sich als Adliger aus dem Mittelalter schwer, niedere Arbeiten zu verrichten, zeigt sich aber bemüht und ist stets offen für Veränderungen. Der ehemalige Nazi-Vampir Deacon gibt sich gerne wild und rebellisch und hält sich mit Jackie (van Beek) sogar seine eigene, äußerst willfährige Assistentin. Petyr ist schon 8000 Jahre alt und verlässt seine Kellergruft daher nur noch selten. Der junge Nick (Gonzalez-Macuer) wurde erst kürzlich von Petyr in einen Vampir verwandelt und prahlt zum Leidwesen der Anderen in der Öffentlichkeit mit seinen Fähigkeiten, obwohl er für den Rest seines Daseins auf seine geliebten Pommes verzichten muss. Und Nicks menschlicher Freund Stu (Rutherford) schließlich darf auf WG-Beschluss keinesfalls gefressen werden, weil er sich super mit Computern und Internet auskennt.
Die Grundidee zu ''5 Zimmer Küche Sarg'' war schon in einem halbstündigen Kurzfilm der Regisseure von 2005 angelegt. Der Kinofilm erweitert die Geschichte um die äußerst sympathischen Charaktere in grandioser Weise und bildet mit seiner bodenständigen Darstellung des manchmal ziemlich langweiligen Vampir-Alltags ein wunderbares Gegengewicht zu all dem abgehobenen ''Twilight''- und ''Underworld''-Mist. Dabei fällt es bemerkenswerterweise überhaupt nicht auf, dass weite Teile des Films improvisiert sind. Und auch die deutsche Synchronisation, die den Hauptfiguren abweichend vom Original einen noch besseren osteuropäischen und sogar österreichischen Akzent verpasst, ist wirklich gut gelungen.
Olmo
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HOME FOR CHRISTMAS 7/10

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Deutschland, Norwegen, Schweden 2010 - Regie: Bent Hamer. Darsteller: Nina Andresen Borud, Arianit Berisha, Joachim Calmeyer, Trond Fausa, Levi Henriksen, Cecile Mosli, Igor Necemer, Tomas Norström, Kai Remlow, Morten Ilseng Risnes, Sarah Bintu Sakor, Isaka Sawadogo, Kristine Rui Slettebakken, Nadja Soukup, Kyrre Haugen Sydness, Fridtjov Såheim, Reidar Sørensen, Nina Zanjani, Ingunn Beate Øyen

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Sehr unterschiedlichen Menschen widerfährt ein unerwartetes Schicksal am Weihnachtsabend in einer norwegischen Stadt, wo sich ihre Geschichten mehr oder weniger überschneiden. Ein gehörnter Familienvater betäubt seinen Widersacher und besucht als Weihnachtsmann heimlich seine Kinder. Ein Obdachloser versucht Geld für eine Bahnfahrt zu erbetteln, um nach Jahren seine Eltern zu besuchen. Ein Arzt entzieht sich mit Bereitschaftsdienst dem Weihnachtsfest und wird zu einer Geburt bei illegalen Einwanderern gerufen. Und die enttäuschte Geliebte eines Verheirateten rächt sich an diesem, weil er trotz mehrfacher Versprechen seine Ehefrau nicht verlassen will.
Die vergnüglichen bis tragischen Episoden sind wunderschön erzählt und angenehm ruhig und natürlich gespielt. Und im Gegensatz zu den meisten Weihnachtsfilmen fällt das Happy End hier größtenteils aus.
Olmo
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SAYA ZAMURAI 7/10

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Japan 2011 - Regie: Hitoshi Matsumoto. Darsteller: Takaaki Nomi, Sea Kumada, Kazuo Takehara, Jun Kunimura, Itsuji Itao, Masatô Ibu, Rolly, Tokio Emoto, Satoru Jitsunashi, Fukkin Zen-Nosuke, Akinori Ando, Motohiro Toriki, Takumi Matsumoto

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Nach dem Tod seiner Frau ging dem alternden Samurai Kanjuro Nomi (Nomi) jeglicher Kampfgeist verloren. Ohne Schwert und ohne jede Selbstachtung flüchtet er nun durch die Wälder, begleitet von seiner Tochter Tae (Kumada), die sich für ihren ehrlosen Vater schämt und ihm schwere Vorwürfe macht. Schließlich wird der desertierte Krieger aber doch gefasst und vom Fürsten (Kunimura) zum Tode durch rituellen Selbstmord verurteilt. Um dem Schwert zu entgehen, gewährt man ihm allerdings noch eine Frist von 30 Tagen, in denen er den um seine verstorbene Mutter trauernden Fürstensohn mit täglichen Auftritten am Hof zum Lachen bringen soll. Doch auch hier erweist sich Nomi als erbärmlicher Versager und erntet mit den von seinen beiden Gefängniswärtern ausgeklügelten Darbietungen nur Hohn und Spott. Erst als sich Tae in die Planungen einschaltet, entwickeln sich Nomis Auftritte zum begeisternden Volksspektakel.
Das fast beschämende Versagen des Protagonisten erinnert ein wenig an das tragische Heldentum eines Buster Keaton. Die irrsinnigen und erniedrigenden Auftritte wiederum stehen ganz in der Tradition von ''Takeshi's Castle''. In jedem Fall ist der Film ein würdiger Nachfolger für die bisherigen großartigen Werke ''Der große Japaner'' (2007) und ''Symbol'' (2009) des Regisseurs Hitoshi Matsumoto.
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SEIN LETZTER COUP 4/10

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Großbritannien, USA 2000 - Regie: Myles Connell. Darsteller: Christopher Walken, Peter McDonald, Cyndi Lauper, Donal Logue, Vera Farmiga, José Zúñiga, Jerry Grayson, Tom Noonan

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Der ehemalige Einbrecher Victor Kelly (Walken) führt mittlerweile ein biederes Leben als Automechaniker. Seine Werkstatt läuft allerdings äußerst schlecht und Victor hat eine Menge Schulden angehäuft. Statt finanzielle Unterstützung von seiner Freundin Sally (Lauper) anzunehmen, lässt sich Victor von seinem angeblichen irischen Cousin Michael (McDonald) zum einem Einbruch bei einer Sicherheitsfirma überreden. Doch der minutiös geplante Coup scheitert an Michaels Dämlichkeit, welcher Victor versehentlich im Tresorraum einsperrt, während er selbst mit der Beute entkommt.
Ein ziemlich langweiler Krimi in archaischem 80er-Jahre-Stil mit einem ganz furchtbaren Soundtrack. Den schrecklich hohlen Charakteren kann auch ein Christopher Walken kein Leben einhauchen, zu dem die Rolle eines braven Handwerkers im spießigen Vorstadtalltag aber auch überhaupt nicht passt.
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CUT BANK 6/10

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USA 2014 - Regie: Matt Shakman. Darsteller: Liam Hemsworth, Teresa Palmer, Billy Bob Thornton, Bruce Dern, Michael Stuhlbarg, Oliver Platt, John Malkovich

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Im verschlafenen Nest Cut Bank in Montana folgen alle Dinge ihrem gewohnten und langweiligen Lauf. Eines Tages jedoch wird der Postbote Georgie Witts (Dern) am hellichten Tag von einem Unbekannten erschossen, und das auch noch vor laufender Kamera. Es stellt sich allerdings heraus, dass der Mord eine Inszenierung des jungen Dwayne McLaren (Hemsworth) ist, der die hohe Belohnung für das Video braucht, um aus Cut Bank verschwinden zu können. Lange vor dem überforderten Sheriff Vogel (Malkovich) kommt der verschrobene Tierpräparator Derby Milton (Stuhlbarg) hinter das Komplott. Auf seiner verbissenen Suche nach einem mysteriösen Päckchen geht er nicht gerade zimperlich mit den Verschwörern um.
Der skurrile Thriller ist unterhaltsam inszeniert und äußerst prominent besetzt. Die Nebendarsteller glänzen in ihren Charakterrollen, während die Jungstars Hemsworth und Palmer eher blass und langweilig wirken.
Olmo
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VIER LEBEN 5/10

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Deutschland, Italien, Schweiz 2010 - Regie: Michelangelo Frammartino. Darsteller: Giuseppe Fuda, Bruno Timpano, Nazareno Timpano

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Ein alter Ziegenhirte versucht sich mit der wundertätigen Wirkung von Kirchenstaub zu kurieren, was seinen baldigen Tod aber auch nicht verhindern kann. Ein Zicklein wird geboren und bei seinem ersten Auftrieb zur Bergwiese von der Herde getrennt. Der gewaltige Baum, unter dem das Zicklein schließlich Zuflucht findet, hat stolz den Widrigkeiten vieler Jahreszeiten getrotzt, wird am Ende jedoch gefällt und endet als Festbaum auf dem Dorfplatz. Von seinem Holz wird ein Kohlenmeiler errichtet, dessen Ertrag die Häuser der Menschen beheizen soll.
In beschaulichen Bildern wird vom Werden und Vergehen in einem abgeschiedenen Dorf in Kalabrien erzählt. Die zumeist unspektakulären Geschehnisse werden mal aus voller Nähe, mal aus unbeteiligter Distanz betrachtet. Wunderschön inszeniert, für ein abendfüllendes Kinoerlebnis aber eher langweilig und öde.
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