
Paul Simon (Lesch) kehrt aus dem Ersten Weltkrieg in die Schmiede seiner Eltern Mathias (Burger) und Katharina (Bredel) im Hunsrückdorf Schabbach zurück. Der technikbegeisterte Träumer heiratet die Bürgermeistertochter Maria (Breuer), welche die gemeinsamen Söhne Anton und Ernst zur Welt bringt. Doch Paul verlässt eines Tages ohne Abschied Familie und Dorf, woraufhin Maria die Kinder alleine großzieht und trotz aller Entbehrungen dafür sorgt, dass es ihnen an nichts mangelt. Während Anton und Ernst im Krieg sind, verliebt sich Maria in Otto Wohlleben (Hube), den Bauleiter der Hunsrückhöhenstraße und wird Mutter des ''Hermännsche''. Nach dem Krieg baut sich Anton (Kniesbeck) mit einer optischen Fabrik erfolgreich eine Existenz auf, während Ernst (Kausch) mit seinen ambitionierten Vorhaben regelmäßig scheitert, und Hermann (Richter) verliebt sich unglücklich in das viel ältere Klärchen (Landgrebe) und verlässt Schabbach schließlich für immer. Auch Paul (Schaad) besucht immer mal wieder die Heimat, nachdem er in den Vereinigten Staaten zum erfolgreichen Geschäftsmann wurde und unterstützt Antons und Hermanns Karrieren.
Edgar Reitz beschreibt mit seinem fulminanten Hunsrück-Epos nicht nur die Geschichte seiner Heimat, sondern die deutsche Geschichte im allgemeinen mit all ihren Auswirkungen auf die Dorfgemeinschaft und die Familien. Dabei wird das Landleben aber keineswegs romantisch verklärt, sondern ebenso gnadenlos wie poetisch mit all seinen Licht- und Schattenseiten dargestellt. Auf die Goldenen Zwanziger folgt der verheißungsvolle Aufstieg der Nationalsozialisten, auf Entbehrung und Tod im Zweiten Weltkrieg folgt das aufregende Wirtschaftswunder, aber auch im Zuge des Modernisierungswahns der gnadenlose Ausverkauf der Heimat und ihrer Reichtümer, was in den Folgejahrzehnten wiederum eine Rückbesinnung auf das heimatliche Erbe und dessen Traditionen hervorruft. Viele der Einwohner Schabbachs erinnern an Personen, die man aus Erzählungen der eigenen Familiengeschichte kennt: der unsympathische neureiche Emporkömmling, der unbedingt das erste Auto im Dorf fahren muss - die rücksichtslosen Opportunisten, die sich den Nazis anbiedern, um die soziale Leiter emporzuklettern - die resolute Bewahrerin der Moral, die sich von der Obrigkeit nicht einschüchtern lässt - der fleißige Betriebsgründer, dem sich das ganze Dorf unterordnen soll - der unangepasste Träumer, der an der Enge der dörflichen Gesellschaft erstickt - und schließlich die Mutter, die zufrieden ihr bescheidenes Leben führt und letztendlich den stützenden Mittelpunkt für die auseinanderstrebende Familie darstellt.












